Ein folgenschwerer Alko-Unfall auf der B1 in Ardagger (Bezirk Amstetten) beschäftigte jetzt das Landesgericht St. Pölten. Ein 41-jähriger Rumäne hatte am 31. Juli 2026 mit seinem Klein-Lkw einen Frontalzusammenstoß verursacht – "Heute" berichtete. Ein 63-jähriger Autofahrer aus dem Mühlviertel verlor dabei sein Leben. Der Unfalllenker hatte 1,66 Promille Alkohol im Blut.
Vor Gericht zeigte sich der Angeklagte am Dienstag geständig. Am Unfalltag hatte er laut eigenen Angaben ab Mittag mit einem Arbeitskollegen auf einer Baustelle vier oder fünf Bier sowie zwei kleine Flaschen Jägermeister getrunken. Trotzdem setzte er sich danach ans Steuer seines Pritschenwagens.
Auf der B1 im Bezirk Amstetten fiel der 41-Jährige durch seine gefährliche Fahrweise auf. Mehrere Zeugen berichteten von Schlangenlinien und wiederholten Fahrten auf die Gegenfahrbahn. Eine Frau, die mit ihrem Partner hinter dem Klein-Lkw unterwegs gewesen war, schilderte vor Gericht ihre Angst: "Ich habe mich zu Tode gefürchtet", zitiert die "Krone" die Zeugin.
Am Nachmittag kam es schließlich zur Katastrophe. Der 41-Jährige geriet mit seinem Fahrzeug auf die Gegenfahrbahn und krachte gegen einen entgegenkommenden Pkw. Ein Zeuge vermutete, dass der Alko-Lenker unmittelbar vor dem Zusammenstoß plötzlich nach links gelenkt hatte. Der entgegenkommende Autofahrer habe "keine Chance" gehabt, berichtete der Mann.
Für den Lenker – einen Familienvater aus dem Bezirk Perg (OÖ) – kam jede Hilfe zu spät. Er konnte nur noch tot aus seinem Wagen geborgen werden. Der 41-jährige Unfallverursacher wurde verletzt ins Spital gebracht.
Besonders tragisch sind die Folgen für die Hinterbliebenen. Der Verstorbene hinterließ eine Ehefrau sowie zwei Söhne und eine Tochter. Die Kinder hatten laut ihren Aussagen ein enges Verhältnis zu ihrem Vater. Einige von ihnen mussten nach dem tödlichen Unfall psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen.
Ein Vertreter der Angehörigen erklärte vor Gericht, der Angeklagte habe ein Leben ausgelöscht und mehrere weitere zerstört. Der 41-Jährige zeigte am Dienstag Reue. "Es tut mir schrecklich leid", sagte er laut "Krone" vor Gericht. Sein Verteidiger ersuchte um eine milde Strafe und verwies darauf, dass der Unfall auch den Angeklagten schwer belastet habe.
Das Gericht verhängte schließlich wegen fahrlässiger Tötung 16 Monate Haft, davon fünf Monate unbedingt – nicht rechtskräftig. Elf Monate davon wurden bedingt nachgesehen. Als mildernd wurden das Geständnis und die bisherige Unbescholtenheit des 41-Jährigen berücksichtigt.
Der Witwe und zwei der drei Kinder wurden zudem rund 6.500 Euro für Kosten im Zusammenhang mit dem Begräbnis zugesprochen. Für weitere Forderungen wurden die Angehörigen auf den Zivilrechtsweg verwiesen. Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht. Die Staatsanwaltschaft und die Vertreter der Angehörigen gaben zunächst keine Erklärung ab.