Am 15. Oktober nahmen Polizisten gemeinsam mit Technikern des Landes Niederösterreich insgesamt 20 land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge in Schrems genauer unter die Lupe. Das Ergebnis hatte es in sich: Bei 16 Fahrzeugen wurden gleich 34 schwere technische Mängel und 15 Mängel mit "Gefahr im Verzug" festgestellt.
Für zehn Fahrzeuge war die Fahrt sofort vorbei. Die technischen Defekte waren derart gravierend, dass die Polizei die Weiterfahrt an Ort und Stelle untersagte.
Besonders brisant war die Kontrolle eines Traktorgespanns mit zwei landwirtschaftlichen Anhängern, die beide nicht für den Straßenverkehr zugelassen waren. Die Anhänger waren mit zusätzlichen Bordwänden ausgestattet und bis obenhin beladen.
Weil die Polizisten eine massive Überladung vermuteten, wurde das Gespann gewogen. Der Verdacht bestätigte sich: Das zulässige Gesamtgewicht war um mehr als zehn Prozent überschritten. Auch bei den Anhängern und einzelnen Achslasten wurden deutliche Überschreitungen festgestellt.
Doch das war erst der Anfang: Bei der technischen Überprüfung des zweiten Anhängers zeigte sich, dass weder die Betriebsbremse noch die Feststellbremse funktionierte. Der voll beladene Anhänger hatte somit überhaupt keine Bremswirkung mehr.
Besonders erschreckend: Das Anhängerbremsventil war aus seiner Befestigung gerissen und hing nur noch an den Bremsleitungen. Offenbar hatte jemand versucht, das Bauteil mit einer simplen Schnur am Rahmen zu befestigen.
Die Bruchstelle war bereits stark verrostet. Ein Hinweis darauf, dass der gefährliche Defekt schon seit längerer Zeit bestanden haben dürfte.
Auch die Bremsschläuche waren stark rissig. Bei einem Reifen gingen die Risse sogar bis zum Stahlgewebe. Dazu kamen eine stark verbogene, nur notdürftig geschweißte Anhängerdeichsel und defekte Bremslichter auf beiden Seiten.
Die Polizei zog das gefährliche Gespann umgehend aus dem Verkehr. Der Lenker und der Zulassungsbesitzer werden bei der zuständigen Behörde angezeigt. Bei der Schwerpunktaktion hagelte es außerdem weitere Anzeigen, unter anderem wegen mangelhafter Ladungssicherung und Verstößen gegen Sozialvorschriften. Auch eine vorläufige Sicherheitsleistung wurde eingehoben.
Die erschreckende Bilanz: Von 20 kontrollierten Fahrzeugen wiesen 16 technische Mängel auf. Jedes zweite Fahrzeug durfte nicht mehr weiterfahren.