Wechsel in Sozialbau AG

"Haben gerockt": Gaál nimmt Abschied von der Politik

In ihrer Abschiedsrede sprach sich die Politikerin gegen Gewalt an Frauen aus und bedankte sich bei Freunden und Wegbegleitern für die Unterstützung.
Wien Heute
24.03.2026, 13:23
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Im Februar gab SP-Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál ihren Rückzug aus der Politik bekannt – "Heute" berichtete. Dienstag (24.3.) hielt sie, nach acht Jahren in der Wiener Stadtregierung, ihre vorerst letzte Rede im Gemeinderat. Ihre Nachfolge im Bereich Wohnen, Wohnbau, Stadterneuerung und Frauen übernimmt Elke Hanel-Torsch, das Amt der Vizebürgermeisterin geht an die Finanzstadträtin Barbara Novak (SP).

Gewalt gegen Frauen: "Es reicht!"

Mit Tränen in den Augen nahm Kathrin Gaál nun im Gemeinderat Abschied von der Politik. Die Entscheidung sei nicht leicht gewesen, betont sie dabei. Sowohl die Wohnbaupolitik als auch die Frauenpolitik seien "spannend, wichtig und herausfordernd". Maßnahmen gegen Kurzzeitvermietung, Wohnbauoffensive, Eröffnungen von Frauenhäusern und Frauenzentren sowie eine Kompetenzstelle seien zudem nur einige der Höhepunkte der vergangenen acht Jahre ihrer Tätigkeit gewesen. Gaál betonte mit Nachdruck, dass Gewalt gegen Frauen kein Einzelfall sei und stellte klar: "Es reicht". Relativierung und Normalisierung von Gewalt dürfen in Wien keinen Platz mehr haben. Frauen nicht zu glauben und gleichzeitig Täter zu schützen, "ist für mich inakzeptabel".

"Haben Projekte gerockt"

Gaál bedankte sich unter anderem bei Bürgermeister Michael Ludwig, ihren zahlreichen Mitarbeitern, Familie, Wegbegleitern sowie den Kollegen im Landesrat. Gemeinsam habe man Projekte "gerockt und das nicht nebeneinander, sondern miteinander". Respekt, Vertrauen und Ehrlichkeit seien in ihrem Team gelebt worden.

Neos-Abgeordnete Selma Arapovic erinnerte sich an die ersten Begegnungen mit Kathrin Gaál. Als Neuling im Wiener Rathaus habe Arapovic Gaál als "alten Hasen" bewundert und sich beeindruckt davon gezeigt, dass diese ihr stets auf Augenhöhe begegnet sei. Die Zusammenarbeit sei immer lösungsorientiert gewesen und man habe viel erreicht – zum Beispiel im Bereich der Wohnbeihilfe oder bei Frauenthemen.

Gaál bekam ein Bäumchen als Abschiedsgeschenk.
Denise Auer

Obstbaum als Geschenk

ÖVP-Abgeordnete Sabine Keri lobte in ihrer Rede Kathrin Gaáls "frauenpolitische Meisterleistungen" und strich besonders die Einbindung der Oppositionsparteien hervor. So sei es gelungen, gemeinsame Projekte umzusetzen – "und das ist keine Selbstverständlichkeit", hob die Umfrage "Wien, wie sie will" positiv hervor.  Als Geschenk gab es einen Obstbaum für den Familiengarten – Keri unterstrich Gaáls Hingabe zur Familie.

Kathrin Gaál verdrückte Tränchen bei Abschiedsrede.
Denise Auer

Peter Kraus (Grüne) bedankte sich für den gegenseitigen Respekt, die Offenheit, das Arbeiten an der Sache und das gemeinsame Eintreten für soziale Werte. Gaál habe für Kraus eine "deutliche Handschrift" in der Stadtpolitik hinterlassen – vor allem in der Wohnbau- und der Frauenpolitik. Gaál sei ein politisches Vorbild, gerade für junge Frauen und hinterlasse eine Lücke in der Stadtpolitik. Politik brauche die Werte, für die Kathrin Gaál stehen würde: mehr Zuhören und mehr Herz.

"Unzählige Großprojekte umgesetzt"

"Kathrin ist nicht nur eine herausragende Politikerin, die sich bereits in jungen Jahren für eine gerechte und solidarische Politik in der Wiener Sozialdemokratie engagiert hat, sondern auch eine Person, die wir im Wiener Rathaus aufgrund ihrer herzlichen und offenen Art vermissen werden", so Gemeinderätin Martina Ludwig-Faymann.

"Unsere Zusammenarbeit war stets von Respekt geprägt – immer offen, ehrlich, wertschätzend und auf Augenhöhe. Ich habe sie als bodenständig, empathisch und humorvoll erlebt", betont SPÖ-Klubvorsitzender im Rathaus, Josef Taucher. "Als Wohnbaustadträtin hat sie unzählige Großprojekte auf den Weg gebracht und umgesetzt, damit Wien auch in Zukunft die Stadt des leistbaren Wohnraums bleibt. Aber auch mit der größten Frauenbefragung Wiens 2022 hat sie einen weiteren Pflock in unsere Wiener Frauenpolitik eingeschlagen."

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 24.03.2026, 16:42, 24.03.2026, 13:23
Jetzt E-Paper lesen