Schon am Mittwoch (25.3.) wird die SPÖ-Rochade im Wiener Gemeinderat offiziell abgesegnet. Während Elke Hanel-Torsch zur neuen Wohnbaustadträtin gewählt wird und Barbara Novak zur Vizebürgermeisterin aufsteigt, rückt vor allem eine Personalie in den Fokus: der Abgang von Vizebürgermeisterin Kathrin Gaál (SP).
Die bisherige Wohnbaustadträtin gilt als äußerst beliebt. Nach der Wien-Wahl 2025 erhielt sie 90 von 100 Stimmen – ein Spitzenwert. Selbst Bürgermeister Michael Ludwig kam nur auf 69 Ja-Stimmen.
Jetzt verlässt Gaál die Stadtregierung, schon am Dienstag (24.3.) hält sie ihre Abschiedsrede. Die Abkühlphase ist kurz – schon am 1. April wechselt sie in den Vorstand der Sozialbau AG, dem größten gemeinnützigen Wohnbau-Verbund Österreichs mit mehr als 54.900 verwalteten Wohnungen.
Finanziell ein klarer Sprung nach oben. Als Stadträtin verdiente Gaal zuletzt 20.391,10 Euro im Monat, das ergibt rund 285.475 Euro jährlich. Ein Blick in den aktuellen Prüfbericht der Sozialbau AG zeigt: Der dreiköpfige Vorstand erhielt 2024 zusammen 1.066.366,82 Euro. Aufgeteilt wären das rund 355.455 Euro pro Person und Jahr – ein deutlicher Gehaltssprung verglichen zum Stadträtinnen-Bezug. Finanziell könnte sich ihr Abschied also auszahlen.
An dem Wechsel vom Rathaus zur Sozialbau AG gibt es heftige Kritik. "Ein schlechter Aprilscherz", kommentiert FP-Nationalrat Markus Tschank. "Das ist Postenschacher in seiner reinsten Form. Hier dreht sich ein SPÖ-Personenkarussell wie in den Zeiten des schlimmsten Proporzes."
Der soziale Wohnbau sei zu wichtig, um zum Futtertrog der SPÖ zu verkommen. Tschank: "Wir werden uns für eine Gesetzesänderung in Richtung Entpolitisierung einsetzen, die entsprechende Abkühlphasen vorsieht."