Mehr Polizei gefordert

45 Minuten warten bei Notruf – Favoriten schlägt Alarm

In Wien-Favoriten klagen Bewohner über lange Wartezeiten nach Notrufen. Bezirksvorsteher Marcus Franz (SPÖ) fordert mehr Polizisten.
Wien Heute
22.03.2026, 19:53
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Die Sicherheitslage in Favoriten sorgt erneut für Diskussionen. Bezirksvorsteher Marcus Franz (SPÖ) schlägt Alarm: Immer wieder berichten Bewohner, dass sie nach einem Notruf lange auf Hilfe warten müssen.

"Wenn ich die Polizeinotrufnummer 133 wähle, innerhalb von 45 Minuten bekomme ich einen Anruf: 'Wir haben keine verfügbaren Einsatzkräfte'." Diese Schilderungen würden laut Franz regelmäßig an ihn herangetragen, berichtet der Bezirkschef in "Wien heute".

180 Beamte mehr nötig

Der Bezirksvorsteher fordert daher erneut deutlich mehr Personal. Statt aktuell rund 320 Beamten wären aus seiner Sicht etwa 500 notwendig: "Wir werden nicht gleich behandelt wie andere Bezirke oder auch andere Bezirke österreichweit." Und weiter: "Wir können auch nur durch Überstunden den generellen Betrieb aufrechterhalten", so Franz gegenüber "Wien heute".

Tatsächlich sorgen Einsätze in Favoriten immer wieder für Schlagzeilen – von Gewaltdelikten bis zu größeren Polizeieinsätzen, bei denen ganze Straßenzüge abgesperrt werden. Anrainer berichten dabei oft von einer angespannten Lage, besonders in Innerfavoriten.

Roadrunner-Szene sorgt für Ärger

Auch bei anderen Problemen stößt man an Grenzen. So etwa bei der sogenannten Roadrunner-Szene in Oberlaa. Hier wären laut Franz regelmäßige Polizeikontrollen nötig: "Aber das schaffen wir halt auch personell nicht, dass man das jedes Wochenende macht."

Großer Handlungsbedarf auch bei Bildung

Neben mehr Polizei setzt der Bezirk auch auf Prävention. Ein großer Teil des Budgets soll in Kinder und Jugendliche fließen. Unterstützung gibt es etwa über das Chancenbonus-Programm für Schulen. Dennoch sieht Franz im ORF-Interview auch hier großen Handlungsbedarf: "Ich glaube, im Bildungssystem müsste man noch viel mehr ändern, damit man eine Bildungschancengleichheit herbeiführen könnte."

Besonders herausfordernd sei die Situation für Familien, die sich Nachhilfe nicht leisten können. "Dann brauche ich Nachhilfe und Nachhilfe kostet auch. Gerade wenn sozial schwache Familien sich das nicht leisten können, dann ist halt der Bildungsfahrplan für die Zukunft negativ."

Für viele in Favoriten bleibt damit die Hoffnung, dass sich bei Polizei und Bildung bald etwas bewegt – damit Hilfe künftig schneller ankommt und alle Kinder gleiche Chancen haben.

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