Wohnungen nur für Brave

Hammer-Regel – Gemeindebau nur mehr mit Bonuspunkten

Kurz vor ihrem Abschied krempelt Stadträtin Kathrin Gaál (SPÖ) die Wohnungsvergabe um. Künftig brauchst du Bonuspunkte für geförderte Wohnungen.
Wien Heute
22.03.2026, 16:02
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Paukenschlag kurz vor dem Abgang: Wiens Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál (SPÖ) stellt die Vergabe von Gemeindebau- und Genossenschaftswohnungen komplett um. Künftig heißt es: Wer eine günstige Wohnung will, muss Punkte sammeln.

Keine Wohnung bei "unleidlichem Verhalten"

Die Novelle zum Wiener Wohnungsvergabegesetz soll im Juni beschlossen werden und ab 1. September gelten, meldet die "Krone". Ziel ist es laut Rathaus, Wohnungen passgenauer zu vergeben – und problematische Mieter gleich auszusieben.

So wird es erstmals ein klares Ausschlusskriterium geben: Wer sich in den vergangenen fünf Jahren im Gemeindebau grob daneben benommen hat, schaut durch die Finger. Dazu zählen etwa Mietrückstände, illegale Untervermietung oder Kündigungen wegen "unleidlichen Verhaltens".

Neu ist auch: Nicht nur der Antragsteller zählt, sondern alle, die mit einziehen wollen, werden bewertet.

Stadt Wien stellt viele Fragen

Für Kritik sorgt vor allem die Menge an Daten, die Interessenten künftig offenlegen müssen. Gefragt wird unter anderem nach Vermögen, Ausbildung, Beruf, Gesundheit, Familienverhältnissen und Aufenthaltsstatus – und zwar für alle Beteiligten im Haushalt.

Im Rathaus verteidigt man den Schritt. Man wolle niemanden ausforschen, sondern bessere Entscheidungen treffen, heißt es zur "Krone". So könnten etwa Einschränkungen bei der Mobilität als "Bonuspunkte" für barrierefreie Wohnungen gewertet werden. Auch eine Schwangerschaft könne zusätzliche Punkte bringen, etwa für ein Kinderzimmer.

Persönliche Beratung für Digi-Muffel

Wer sich mit digitalen Formularen schwertut, soll Unterstützung bekommen. "Personen, die digital weniger Erfahrung haben" werden "persönliche Beratung und individuelle Unterstützung" versprochen.

Langfristig soll das System auch transparenter werden. Denn aus bisherigen Empfehlungen werden künftig klare Vorgaben – je mehr Punkte, desto höher die Chance auf eine Wohnung.

Regel gilt nur für Neuverträge

Ein Vorteil für bestehende Mieter: Laufende Verträge bleiben unangetastet. Doch klar ist auch: Wer sich künftig nicht an die Regeln hält, könnte beim nächsten Antrag Probleme bekommen.

Die Devise der Stadt lautet damit klar: Günstig wohnen ja - aber nur für jene, die ins System passen.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 22.03.2026, 16:24, 22.03.2026, 16:02
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