Was sich im Amtshaus Margareten abgespielt hat, klingt fast wie ein schlechter Scherz – ist aber bitterer Ernst: Ein Streit ums WC sorgte für politischen Wirbel zwischen SPÖ und Grünen.
Seit Jänner wartete Bezirksvorsteher-Stellvertreter Christoph Lipinski (SPÖ) auf einen Schlüssel fürs stille Örtchen. Doch: nichts passiert. Um Bewegung in die Sache zu bringen, griff der Politiker schließlich zu drastischeren Mitteln, berichtet die "Krone".
Sogar eine offizielle Anfrage der SPÖ folgte. Darin heißt es: "Erst nachdem angekündigt wurde, den zuständigen Stadtrat bzw. das zuständige Stadtratsbüro einzubinden und gegebenenfalls sogar die designierte Frauen- und Wohnbaustadträtin mit dieser Angelegenheit zu befassen, konnte das Problem innerhalb kürzester Zeit gelöst werden", schreibt die "Krone".
Welche Rolle die angesprochenen Stadträtinnen konkret gespielt hätten, bleibt offen – der Schlüssel war jedenfalls plötzlich da.
Der grüne Bezirksvorsteher Michael Luxenberger sieht die Sache deutlich nüchterner. "Mein Büroleiter hat mir im Jänner mündlich zugesagt, sich darum zu kümmern und mich am selben Abend über das Anliegen informiert. Bedauerlicherweise ging diese Anfrage am Rande einer Veranstaltung unter. Hätte Bezirksvorsteher-Stellvertreter Lipinski am nächsten Tag ein Mail geschickt, hätte sich mein Büro sofort darum gekümmert. Er hätte jederzeit anläuten oder nachfragen können."
Lipinski selbst weist den Vorwurf zurück, Druck gemacht zu haben: "Ich habe nicht gedroht. Luxenberger fühlt sich immer bedroht. Der Fall ist symptomatisch für die fehlende Bereitschaft in der Zusammenarbeit. Da ich den Schlüssel mittlerweile habe, ist die Sache für mich erledigt."
Die Pipi-Posse ging auch an der FPÖ nicht vorbei: "Das erzwungene Einhalten des Toilettenbesuchs führt regelmäßig zu schmerzhaften Verkrampfungen des Verdauungstraktes bzw. des Blasentraktes, wenn die kommunale Verwaltung nicht ausreichende Toilettenanlagen einrichtet", heißt es in einem blauen Antrag zur Pipi-Posse.
Am Ende gab’s ein Happy End. Der Druck ist raus – und zumindest einer konnte endlich erleichtert aufatmen.