Der östliche Teil der Hartäckerstraße in Döbling verleitet zum Rasen: Keine Ampel, eine relativ gerade Strecke und – bis auf die Buslinien 37A und 40A – wenig Verkehr. Dadurch entstehen immer wieder gefährliche Situationen für Fußgänger. Betroffen sind vor allem die rund 350 Bewohner und 180 Mitarbeiter des Pensionistenwohnheims "Park Residenz".
Gemeinsam mit dem Döblinger Bezirksvorsteher Daniel Resch (ÖVP) demonstrierten Ende September daher Personal und Bewohner der "Park Residenz" für eine 30er-Zone – "Heute" berichtete.
"Seitdem der Radweg in der Krottenbachstraße fertig geworden ist, ist das Problem noch akuter geworden, weil viele Autofahrer jetzt auf die Hartäckerstraße ausweichen. Wir haben die Markierung am Schutzweg vor der 'Park Residenz' erneuert und Schilder mit 'Achtung Fußgänger' aufgestellt, aber das reicht nicht", meinte Resch damals zu "Heute".
Bereits Ende Dezember 2023 wurde auf Antrag der Grünen im Bezirksparlament eine 30er-Zone beschlossen. Doch die Wiener Linien legten sich quer: "Es wurde ein Veto eingelegt, da laut Experten angeblich der Bus aufgrund der 30er-Zone den Fahrplan nicht mehr einhalten könnte", so Resch.
Auch auf"Heute"-Nachfrage erklärten die Wiener Linien: "Eine Tempo-30-Zone hätte in den genannten Bereichen verlängerte Fahrzeiten im Minutenbereich zur Folge. Darüber hinaus könnte es zu vermehrten Wartezeiten bei Ampelphasen kommen, sofern diese nicht zeitgerecht passiert werden können. Diese Zeitverluste hätten zur Folge, dass das Intervall entsprechend gedehnt werden müsste, was die Attraktivität der Linien deutlich mindern würde."
Doch nun die große Wende: Die Bewohner der "Park Residenz" und Bezirksvorsteher Resch konnten sich durchsetzen, die Stadt Wien gab grünes Licht für eine 30er-Zone: "Ein Meilenstein für unsere Bewohner. Das Überqueren zum gegenüberliegenden Park ist somit deutlich sicherer geworden, natürlich auch für unsere rund 180 Mitarbeitenden", freut sich Park-Residenz-Direktor Georg Gonano.
"Wir hatten im Vorfeld bereits umgesetzt, was uns als Bezirk möglich war, um die Situation sicherer zu gestalten. Im nun erreichten Schulterschluss mit der Stadt, profitieren allein in der Park Residenz Döbling fast 600 hier wohnende oder arbeitende Menschen unmittelbar vom neuen 30er. Ein Erfolg!", freut sich Resch.
Auch Bewohnerin Ingrid Lamel ist stolz auf das Erreichte: "Ich habe mich seit zwei Jahren darum bemüht, dass in der Hartäckerstraße eine 30er-Zone eingeführt wird. Neben mir haben sich noch andere besonders stark eingesetzt, und wir haben das Ziel erreicht. Gut Ding braucht Weile, aber wir haben es endlich geschafft."