Am Badeteich Süßenbrunn im 22. Bezirk brodelt es gewaltig. Seit Wochen wird über neue Zäune rund um den Kinderspielplatz diskutiert. Besorgte Eltern, Volksanwältin Gaby Schwarz und sogar SPÖ-Klubchef Josef Taucher befassten sich mit dem Thema. Jetzt melden sich auch noch die Hundebesitzer zu Wort.
Am Wochenende versammelten sich zahlreiche Betroffene direkt vor Ort am Badeteich. Ihr Eindruck: Konflikte gebe es viel seltener als dargestellt. Kinder spielten auf der Wiese, Hunde liefen herum, Familien spazierten am Wasser entlang. Für viele Besucher ist der Teich seit Jahrzehnten ein gemeinsamer Treffpunkt – für Menschen und ihre Vierbeiner.
"Wir nutzen diesen Ort verantwortungsvoll – mit unseren Familien, zu denen auch unsere Hunde gehören", sagen mehrere Hundebesitzer.
Auslöser des Streits ist ein Plan der Stadt: Spielplatz und Badebereich sollen eingezäunt werden, während Hunde weiterhin auf dem übrigen Gelände frei laufen dürfen.
Kritiker halten das für absurd. Denn: Wer zum Spielplatz will, müsste erst durch die Hundefreilaufzone gehen. Die Volksanwaltschaft hatte daher bereits vorgeschlagen, stattdessen eine eigene, großzügige Hundeauslaufzone einzuzäunen.
Am Samstag war auch Michaela Jana Löff, Klubobfrau der ÖVP Donaustadt, am Badeteich unterwegs. Spontan schlossen sich mehrere Hundebesitzer zusammen und starteten gemeinsam mit Löff eine Petition. Ihr Ziel: Die Verantwortlichen im Bezirk und im Rathaus sollen auch die Stimme der Hundefreunde hören.
Besonders für Aufregung sorgt eine Zahl: Nach derzeitigen Informationen könnte die geplante Einzäunung mindestens 150.000 Euro kosten. Das Geld müsste aus dem Bezirksbudget kommen – und darüber wird bereits am 18. März in der Bezirksvertretung abgestimmt. Die ÖVP Donaustadt hat laut Löff bereits angekündigt, gegen den Budgetposten zu stimmen.
Für die Hundebesitzer geht es aber um mehr als nur Geld. Sie werfen den Verantwortlichen vor, dass bisher nur eine Seite der Geschichte öffentlich wahrgenommen wurde. Ihr Wunsch: eine ausgewogene, praxistaugliche Lösung, mit der alle leben können – Familien, Badegäste und Hundebesitzer.