Die FPÖ hat dieser Tage ein eigenes Modell zur Spritpreissenkung vorgestellt – und verhilft diesem mit einer ungewöhnlichen Aktion gleich zu einer ordentlichen Portion Aufmerksamkeit.
Konkret soll die Mineralölsteuer halbiert und die CO2-Abgabe komplett gestrichen werden. Ein Unterfangen, das den Steuerzahler 3,4 Milliarden Euro kosten würde. Gegenfinanzieren will die FPÖ das durch die Streichung des Ukraine-Kredits, weil die Partei schon jetzt fix davon ausgeht, dass dieser nie zurückgezahlt wird. Eine weitere Milliarde Einsparungen soll das Aus von Klima-Förderungen bringen.
Der FPÖ-General war auch am Sonntag höchstpersönlich dabei, flankiert vom Wiener Spitzenduo Dominik Nepp und Maximilian Krauss. Von 16 bis 18 Uhr ließen sie die Wiener in der Brunnengasse (16.) zu "FPÖ-Preisen" tanken, das wären 1,52 Euro für Diesel und 1,32 Euro für Super.
Und tatsächlich: Um Punkt 16 Uhr rasselten die Preise an der Anzeige plötzlich nach unten. Vor der Brunnentankstelle hatte sich da eine lange Schlange gebildet. Einer der ersten war Željko (43), der schon seit einer Stunde mit seinem Kanister anstand.
Auch Daniel (31) war seit 15 Uhr hier. Sein Tank ist zwar noch zur Hälfte voll, doch so eine Aktion müsse man ausnutzen. Von einer "perfekten Aktion" sprach Rico (52), der nicht so lange warten musste. Die FPÖ verteilte unter den Anwesenden noch dazu 30-Euro-Gutscheine für Diesel und Benzin.
Eines haben viele gemeinsam: Wegen der aktuellen Preise fahren die Wiener deutlich bewusster und weniger mit dem Auto als sonst.
Ausgerechnet am Sonntag legen viele aber auch Extra-Wege zurück. Denn um den Verkehr am Gürtel nicht zum Erliegen zu bringen, ließen die 15 anwesenden Polizisten immer nur vier bis fünf Fahrzeuge in die Brunnengasse einfahren. Der restlichen Autofahrer drehten unterdessen Runden um den Block – in der Hoffnung bald auch zur Tankstelle zu dürfen.