Die Dolmetschkosten der Stadt Wien sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Das geht aus einer Anfrage der FPÖ-Gemeinderäte Maximilian Krauss und Angela Schütz an Sozialstadtrat Peter Hacker (SP) hervor.
Laut Fonds Soziales Wien (FSW) lagen die Kosten für Dolmetscher im Jahr 2015 noch bei 38.809,29 Euro. Danach kam es durch die europaweite Flüchtlingskrise zu einem starken Anstieg: 2016 wurden bereits 298.300,94 Euro ausgegeben, 2017 waren es 381.813,59 Euro.
In den Folgejahren schwankten die Ausgaben, blieben aber auf hohem Niveau. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 ziehen die Zahlen wieder stark an, da der Überfall von Russland wieder eine Flüchtlingswelle auslöste. 255.756,69 Euro wurden im Jahr 2022 für Dolmetschkosten von der Stadt Wien ausgegeben. Im Vorjahr lagen die Kosten bei rund 980.000 Euro – fast eine Million Euro. Mit dem Bund wird über die Kostenübernahme vernhandelt, denn ein Teil wird nicht anerkannt.
Wien sei für Flüchtlinge aus der Ukraine Anlaufstelle Nummer eins gewesen, es habe daher viele Dolmetscher für Erstberatung und Betreuung gebraucht, heißt es dazu aus dem Büro von Sozialstadtrat Hacker. Inzwischen sei die Zahl der Geflüchteten aus der Ukraine wieder zurückgegangen. Die Dolmetschkosten fallen laut Stadt im Rahmen der Grundversorgung an, konkret für Information, Beratung und soziale Betreuung. Die Stadt will diese weiterhin vom Bund zurück haben.
Scharfe Kritik kommt von der FPÖ. FP-Wien-Chef Dominik Nepp spricht von einer "Kostenexplosion" und macht die Stadtregierung verantwortlich. Der Streit um die Kosten geht jedenfalls weiter.