Ärztekammer warnt

Aufnahmestopp bei jedem 2. Wiener Kassen-Kinderarzt

Laut einer Studie der Wiener Ärztekammer nehmen 56 % der Kassen-Kinderärzte aufgrund der hohen Auslastung keine neuen Patienten mehr auf.
Wien Heute
20.11.2025, 05:53
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Die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Wien wird immer prekärer. Darauf weist die Wiener Ärztekammer anlässlich des internationalen Tags der Kinderrechte hin. "Die Gesundheitsversorgung unserer jüngsten und vulnerabelsten Bevölkerungsgruppe hat dramatische Versorgungslücken", meint Vize-Präsidentin Naghme Kamaleyan-Schmied.

Das zeigt sich etwa daran, dass es fast unmöglich ist, einen (neuen) Kinderarzt zu finden: Laut einer Wartezeiten-Studie von Meinungsforscher Peter Hajek im Auftrag der Wiener Ärztekammer ist mehr als die Hälfte (56 Prozent) aller Mediziner für Kinder- und Jugendheilkunde mit Kassenvertrag so ausgelastet, dass sie keine neuen Patienten mehr aufnehmen können. Auch die Anzahl ist zu gering: So steht laut Ärztekammer in den Bezirken 1, 6, 7 und 8 nur jeweils ein einziger Kinderarzt zur Verfügung.

Lange Wartezeit bei Kinderpsychiatrie

In der Kinder- und Jugendpsychiatrie liegt der Wert immerhin noch bei 40 Prozent. Besonders gravierend seien hier die Wartezeiten: 2024 betrug die durchschnittliche Wartezeit auf einen Kassentermin 90 Tage. "Viele Familien müssen monatelang warten, obwohl Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen zeitnah Unterstützung benötigen", kritisiert Kamaleyan-Schmied.

Jeder weitere Tag an Wartezeiten bedeute längere Ausfälle, sowohl der Kinder als auch der Betreuungspersonen. Zudem komme es bei schwerwiegenden Erkrankungen zu möglichen Folgeschäden oder beispielsweise aufgrund des Fernbleibens vom Unterricht zu einer Abnahme der schulischen Leistung.

Mehr Kapazitäten für medizinische Versorgung

"Das ist ein Hilfeschrei an die Politik – die medizinische Versorgung braucht jetzt mehr Kapazitäten, um die wohnortnahe Betreuung zu sichern, bessere Rahmenbedingungen für Kassenärztinnen und -ärzte zu schaffen sowie nachhaltige Konzepte für die medizinische Versorgung vor allem von Kindern und Jugendlichen", so Kamaleyan-Schmied.

Wichtig wäre nun, die Zusammenarbeit zwischen ÖGK und der Kammer weiter zu stärken und gemeinsame Zukunftskonzepte entschlossen umzusetzen. "Durch die gemeinsam mit uns entwickelten Konzepte des Kinder-PVE in Wien haben wir bereits bewiesen, dass wir durch gebündelte Kräfte nachhaltige Verbesserungen erreichen können."

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 20.11.2025, 11:24, 20.11.2025, 05:53
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