Heftige Auseinandersetzung

"Hand brechen können" – Legende schimpft über Guardiola

Mehr als zehn Jahre nach seinem Abschied vom FC Bayern rechnet Ex-Teamarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt mit Pep Guardiola ab.
Sport Heute
10.10.2026, 09:22
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Mehr als zehn Jahre nach seinem spektakulären Abschied vom FC Bayern rechnet Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt (84) mit Ex-Trainer Pep Guardiola ab. Der langjährige Mannschaftsarzt der Münchner erhebt schwere Vorwürfe gegen den Spanier und spricht über die heftigen Auseinandersetzungen während ihrer gemeinsamen Zeit.

2015 hatte Müller-Wohlfahrt nach insgesamt 38 Jahren beim deutschen Rekordmeister seinen Rücktritt erklärt. Gemeinsam mit seiner medizinischen Abteilung verließ er den Verein. Grund dafür waren massive Meinungsverschiedenheiten mit dem damaligen Bayern-Coach Guardiola.

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Im Gespräch mit der deutschen "Bild" erinnert sich der 84-Jährige jetzt an die teilweise hitzigen Diskussionen. "Wir hatten Aussprachen, ich kann nur sagen: Es waren manchmal heftige Dispute. Ich habe einmal auf den Frühstückstisch gehauen, da war das Geschirr von den Spielern noch draufgestanden. Das hat nur so gescheppert. Ich hätte mir die Hand brechen können. Aber es hat nichts genutzt."

Besonders der Umgang Guardiolas mit der medizinischen Abteilung sorgte beim langjährigen Bayern-Arzt für Ärger. Müller-Wohlfahrt hatte das Gefühl, dass der Spanier seine Arbeit nicht ausreichend respektierte. "Die medizinische Abteilung hat zu meiner Zeit hervorragende Arbeit geleistet. Sie wurde damals von der UEFA als vorbildliche medizinische Abteilung bei Kongressen dargestellt", betont der Deutsche.

Als einen der größten Streitpunkte nennt Müller-Wohlfahrt die Behandlung des damaligen Bayern-Stars Thiago. Guardiola soll mit der prognostizierten Ausfallzeit des Mittelfeldspielers nicht einverstanden gewesen sein und ihn deshalb zur Behandlung nach Spanien geschickt haben.

"Er ist nicht belehrbar"

"Uli war immer korrekt und hat den Doktor gewähren lassen. Und dann kommt ein spanischer Trainer und sagt, Spanien ist in allem viel besser. Was ihr hier macht, das ist ja nichts wert. Sechs Wochen Pause waren ihm zu lang, er schickte den Spieler nach Spanien. Und dann wurde aus meinen sechs Wochen ein Jahr Pause", schildert Müller-Wohlfahrt.

Die Entscheidung habe ihn damals schwer getroffen. "Ich war sauer, dass wir so kompromittiert wurden. Das konnte ich nicht akzeptieren." Auch mehr als ein Jahrzehnt später scheint das Verhältnis zwischen den beiden Männern weiterhin zerrüttet zu sein. Eine Aussprache mit Guardiola schließt der ehemalige Bayern-Arzt praktisch aus.

"Nein. Es macht keinen Sinn. Man spricht von einem Alphatier. Er ist nicht belehrbar. Glaube ich jedenfalls. Er ist sauer auf mich. Auch wenn wir uns irgendwo über den Weg laufen", erklärt Müller-Wohlfahrt.

Nach Guardiolas Abschied kehrte der Mediziner 2017 unter Trainer Jupp Heynckes zum FC Bayern zurück. Die Zusammenarbeit mit dem Deutschen sei deutlich harmonischer verlaufen. Besonders bei der Trainingssteuerung habe Heynckes stärker auf die Empfehlungen der medizinischen Abteilung gehört.

Zum Abschluss teilt Müller-Wohlfahrt noch einmal gegen Guardiola aus: "Guardiola hatte nicht mal das Aufwärmtraining nach meiner Empfehlung machen wollen."

red,10.10.2026, 09:22