Nicht das erste Mal wurde Gigi D'Agostinos Megahit "L'amour toujours" zweckentfremdet und gegen Migranten verwendet. Passiert ist das "Ausländer raus!"-Gegröle vor wenigen Wochen in einem Gastrobetrieb in Gosau (Bez. Gmunden).
Pikantes Detail: Am selben Abend war dort auch eine Vorfeldorganisation der FPÖ zu Gast. Die Kritik folgte auf dem Fuß: Die rote Bezirkspartei war genauso fassungslos wie die Junge ÖVP und die Landesgrünen. Schließlich wurde auch das Landesamt für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung eingeschaltet.
Seit vergangenem Freitag ist die Causa um eine Facette reicher: Mehrere mutmaßliche Täter gehören der blauen Jugend an. Es wird weiter wegen des Verdachts der Verhetzung ermittelt. Die Auswertung eines Videos des betreffenden Abends läuft noch.
Die neuen Entwicklungen rufen die Grünen auf den Plan: Die zuständige Sprecherin Anne-Sophie Bauer sieht einen "handfesten FPÖ-Skandal" und pocht auf "klare politische und parteiinterne Konsequenzen". Sie fordert zudem "ein unmissverständliches Statement" von Landesparteichef Manfred Haimbuchner und Suspendierungen, solange es den Verdacht gebe.
„Das ist Rassismus, der sich in die Gesellschaft frisst, wenn man ihn relativiert oder totschweigt.“Anne-Sophie BauerGrüne Extremismussprecherin
"Wir stehen wieder einmal vor der bitteren Erkenntnis, dass Oberösterreich als Bühne für einschlägig-ungustiöse Zusammenkünfte herhalten musste", kritisiert Bauer. "Das ist nicht Bergwelt-Folklore, das ist Rassismus, der sich in die Gesellschaft frisst, wenn man ihn relativiert oder totschweigt. Genau damit muss Schluss sein."