Lebensgefahr! Die Mobilitätsorganisation VCÖ schlägt Alarm und fordert den Einsatz von sogenannten Handyblitzern in Österreich. Diese speziellen Kameras sollen automatisch erkennen, wenn Autofahrer während der Fahrt ihr Smartphone benutzen.
Der Hintergrund ist alarmierend: Ablenkung und Unachtsamkeit waren im Vorjahr die häufigste Unfallursache in Österreich. Insgesamt 12.882 Unfälle mit Verletzten gingen darauf zurück, bei 114 Unfällen gab es sogar Todesopfer.
Wie gefährlich der Blick aufs Smartphone ist, zeigen Untersuchungen: Wer während der Fahrt eine Nachricht liest, ist rund zwei Sekunden praktisch im Blindflug unterwegs. Bei Tempo 50 legt ein Auto in dieser Zeit fast 30 Meter zurück. Läuft plötzlich ein Kind auf die Straße, kann das fatale Folgen haben.
Auch Telefonieren ist riskant. Wer mit dem Handy am Ohr fährt, reagiert laut VCÖ ähnlich schlecht wie ein Alkolenker mit 0,8 Promille.
Im Vorjahr wurden österreichweit 112.317 Autofahrer mit dem Handy am Steuer erwischt. Die meisten Fälle gab es in Niederösterreich (23.416), gefolgt von Oberösterreich (21.182) und der Steiermark (16.269).
Die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen. "Das ist nur ein Bruchteil der tatsächlichen Vergehen. Umso wichtiger ist es, der Exekutive die Kontrollen zu erleichtern und die rechtlichen Grundlagen zu schaffen, dass sogenannte Handyblitzer auch in Österreich eingesetzt werden können", betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.
In Deutschland werden solche Kameras bereits seit April 2025 in Rheinland-Pfalz eingesetzt. Sie erkennen automatisch, ob ein Lenker sein Smartphone verwendet. Anschließend überprüfen Polizisten die Aufnahmen, bevor ein Verstoß festgestellt wird.
Auch in Österreich könnten die Handyblitzer künftig zum Einsatz kommen. Dafür müsste laut VCÖ lediglich die Straßenverkehrsordnung geändert werden. Deutschland plant bereits, den Einsatz der Kameras bundesweit zu ermöglichen.