Der AfD-Erdrutschsieg in Sachsen-Anhalt ist für Leonore Gewessler mehr als nur ein Warnsignal: "Gestern war kein guter Abend. Ich verstehe alle, die jetzt nach Deutschland blicken und Sorgen haben. Mir geht es genauso", beginnt die österreichische Grünen-Chefin eine Videobotschaft, die sie am Montag veröffentlichte – wenige Stunden vor dem ORF-Sommergespräch von FPÖ-Chef Herbert Kickl.
"Wenn eine verfassungsfeindliche Partei so eine breite Zustimmung erfährt, ist das nicht nur ein Warnsignal. Dann ist Feuer am Dach! Und wir alle sollten eine Antwort darauf haben, warum sich so viele Menschen bei einer rechtsextremen Partei wiederfinden", so Gewessler weiter. Sie sei überzeugt, dass Menschen von Politik gehört und ernst genommen werden wollen. "Wenn sie dieses Gefühl nicht mehr haben, dann sind sie offen für die Fänge der rechten Zerstörer."
Rechtspopulisten seien nämlich "verdammt gut" darin, diese realen Sorgen und Ängste in politisches Kleingeld umzumünzen. "Und was in Deutschland die AfD macht, macht bei uns die FPÖ! Deren Ziel ist nicht, irgendein Problem zu lösen. Die befeuern die Probleme nur noch. Sie säen Hetze und Hass und Spaltung", schießt die Vorsitzende der Ökopartei scharf.
Gewessler weiter: "Sie wollen, dass wir uns ohnmächtig fühlen, die Hoffnung verlieren und uns immer weiter voneinander entfernen. Diesen Gefallen werden wir ihnen nicht tun!".
Sie selbst kämpfe deshalb tagtäglich dagegen an: "Ich überlasse meine Heimat nicht den rechtsextremen Zerstörern und ihrer blinden Wut". Die selben Worte richtet die Grüne auch als Appell an ihre Zuschauer: "Überlassen wir unser Europa und unsere Heimat nicht den rechtsextremen Zerstörern".