Flugzeugabsturz verhindert

Helden-Passagier nahm Co-Pilot in den Schwitzkasten

Ein Flugzeug mit 174 Passagieren sackte Tausende Meter ab. Fluggäste überwältigten den Angreifer, einer griff danach selbst ins Steuer ein.
André Wilding
01.10.2026, 07:24
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Schreie im Flugzeug, ein verletzter Pilot und eine Maschine im Sinkflug: Passagiere mussten an Bord selbst eingreifen, nachdem es im Cockpit zu einem Angriff gekommen sein soll. Einer von ihnen, Yaniv Hayoun, schilderte dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu später, wie er den Angreifer überwältigte und anschließend versuchte, das Flugzeug zu stabilisieren.

Die Maschine verlor innerhalb von weniger als zwei Minuten Tausende Meter an Höhe. An Bord befanden sich 174 Passagiere.

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Pilot öffnete Cockpit

Nach Hayouns Schilderung gelang es dem mit einem Messer schwer verletzten Piloten noch, die Cockpittür zu öffnen. Der Passagier gelangte daraufhin hinein und sah nach eigenen Angaben, wie der Co-Pilot versuchte, die Fluginstrumente zu zerstören.

Hayoun griff ein. "Ich packte den Angreifer, nahm ihn in den Würgegriff und zog ihn zunächst nach draußen", wird er in der BILD zitiert. Über die Situation im Cockpit sagte er weiter: "Er versuchte, alles zu zerstören, um das Flugzeug außer Kontrolle zu bringen."

Passagier greift ans Steuerhorn

Damit war die Gefahr für die Menschen an Bord noch nicht vorbei. Das Flugzeug befand sich weiterhin im Sinkflug. Hayoun ging deshalb nach eigener Aussage wieder ins Cockpit.

"Ich sprang wieder hinein, zog am Steuerhorn, nach hinten", sagt Hayoun. Netanyahu wollte daraufhin wissen, woher der Passagier wusste, was er tun musste. Hayoun erklärte, dass er die Dokumentarserie "Mayday – Alarm im Cockpit" gesehen habe, in der Flugzeugkatastrophen nachgestellt und analysiert werden.

"Ein bisschen kenne ich mich also aus", sagte der Passagier. Nach seiner Schilderung begann sich die Maschine daraufhin wieder zu stabilisieren. Anschließend übernahm eine zweite Besatzung, die sich in der Kabine befand.

Netanyahu sagte zu den Beteiligten: "Sie haben viele Leben gerettet" und "Sie haben eine schwere Katastrophe verhindert." Die Passagiere hätten "außergewöhnliche Geistesgegenwart und Mut" gezeigt, heißt es in dem Bericht weiter.

"Es war ein Albtraum"

Auch der 48-jährige Tzvika Manes war mit seiner Familie an Bord. Er schilderte die dramatischen Minuten aus Sicht der Passagiere.

"Ich war mit meiner Familie an Bord. Etwa eine Stunde vor der Landung wartete meine Frau auf meine Tochter vor der Toilette. Da hörte man die Schreie aus dem Cockpit. Die Tür öffnete sich und wir sahen, wie der Pilot mit dem Co-Piloten kämpfte", heißt es in der BILD.

Seine Frau habe ein Messer in der Hand des Co-Piloten gesehen. Kurz darauf verschärfte sich die Situation laut Manes weiter. "Dann ging das Licht in der Maschine aus und der Flieger begann, schnell zu sinken. Es war ein Albtraum", so Tzvika Manes. "Die Passagiere schrien vor Angst, einige weinten."

Gemeinsam mit zwei weiteren Männern sei er auf den Angreifer zugestürmt. "Während wir den Mann festhielten, schrie jemand, ob im Flugzeug noch Piloten sitzen, und es meldeten sich tatsächlich zwei Männer."

Angreifer festgenommen

Nach Angaben des Flughafens Tabuk wurden der Kapitän und der erste Offizier nach der Landung mit Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.

Die Fluggesellschaft Flydubai erklärte, alle Passagiere und der Rest der Besatzung seien in Sicherheit. Der Angreifer wurde festgenommen und wird von den saudi-arabischen Sicherheitsbehörden befragt.

Nach israelischer Einschätzung soll der Mann allein gehandelt haben. Dass Hayoun in der dramatischen Situation überhaupt eine Vorstellung davon hatte, was am Steuer zu tun war, führte er auf eine Dokumentarserie über Flugzeugkatastrophen zurück.

wil,01.10.2026, 07:24