Hinrichtung abgebrochen

Mörderin Christa Pike lebt nach zwei Giftspritzen noch

Christa Pike sollte in Tennessee mit der Giftspritze hingerichtet werden. Doch nach zwei Injektionen lebte die verurteilte Mörderin noch.
André Wilding
01.10.2026, 06:05
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Die geplante Hinrichtung von Christa Pike in Tennessee nahm eine dramatische Wendung. Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA die Vollstreckung ermöglicht hatte, kam es bei der Verabreichung der Giftspritzen zu Komplikationen.

Nach Darstellung ihrer Verteidiger war die 50-Jährige auch nach zwei Injektionen mit den tödlichen Chemikalien noch am Leben.

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In einem Gerichtsdokument heißt es: "Um 20:26 Uhr berichteten Zeugen der Hinrichtung, dass die Vollstrecker beide Spritzen mit den tödlichen Chemikalien injiziert hätten und Pike noch am Leben sei und schnarche."

Notfallversorgung angeordnet

Wenig später informierte Richter Kyle Hixson über die weitere Entwicklung. In einer Telefonkonferenz mit den Anwälten aller Beteiligten habe der Staat mitgeteilt, "dass Frau Pike nicht für tot erklärt worden sei".

Die zuständige Justizvollzugsbehörde ordnete daraufhin eine medizinische Notfallversorgung sowie den Transport Pikes in ein Spital an.

Der Hinrichtung war ein juristisches Tauziehen vorausgegangen. Eine untere Instanz hatte die Vollstreckung zunächst gestoppt. Der Oberste Gerichtshof der USA gab anschließend einem Eilantrag der für die Gefängnisse zuständigen Behörde von Tennessee statt und hob diesen Stopp wieder auf.

Drei Richterinnen üben Kritik

Die drei liberalen Richterinnen am Supreme Court kritisierten die Mehrheitsentscheidung. Sonia Sotomayor argumentierte, Pike könne dadurch hingerichtet werden, bevor Zweifel an der Rechtmäßigkeit des vorherigen Verfahrens ordnungsgemäß geprüft worden seien. Elena Kagan und Ketanji Brown Jackson schlossen sich dieser Position an.

Sotomayor sah keinen Grund, den üblichen Weg der Überprüfung zu umgehen, "insbesondere angesichts der schwerwiegenden Folgen einer fehlerhaften Entscheidung". Das Vorgehen bezeichnete sie als "außergewöhnlich".

Mord liegt mehr als 30 Jahre zurück

Pike wurde 1996 wegen des Mordes an einer damals 19-jährigen Bekannten zum Tode verurteilt. Zum Tatzeitpunkt war sie 18 Jahre alt. 1995 hatten drei Teenager das Opfer in einem abgelegenen Gebiet nahe der University of Tennessee in Knoxville gefoltert und getötet.

Bereits am Mittwoch war die Hinrichtung per Giftspritze kurz vor der Vollstreckung gestoppt worden. Ein Berufungsgericht entschied, dass von Pike vorgebrachte Zweifel an der Rechtmäßigkeit des früheren Verfahrens geprüft werden müssten.

Dabei geht es insbesondere um die gerichtliche Bewertung von Traumata, die Pike nach eigenen Angaben in ihrer Kindheit erlitten hatte. Sie machte geltend, Tennessee habe sie zunächst als Lügnerin dargestellt und ihre Angaben über Missbrauch als erfunden betrachtet, diesen später jedoch anerkannt.

Einzige Frau im Todestrakt

Pike ist laut der offiziellen Webseite der Regierung von Tennessee die einzige Frau, die derzeit im Todestrakt des Bundesstaates eine Strafe verbüßt. Sie wäre laut dem Cornell Center on the Death Penalty Worldwide die erste Frau seit 1819 gewesen, die in Tennessee hingerichtet wird.

Tennessee hatte der Verteidigung in seinem Eilantrag an den Supreme Court unter anderem vorgeworfen, die Vollstreckung mit einer bewussten Verzögerungstaktik in letzter Minute verhindern zu wollen. Zudem argumentierte der Staat, dass die Schwere des Mordes rechtlich so schwer wiege, dass auch das geltend gemachte Kindheitstrauma die Todesstrafe nicht verhindert hätte.

Pike hielt dagegen, Tennessee würde bei einer Ablehnung des Eilantrags keinen irreparablen Schaden erleiden. Bei einer Stattgabe würde sie hingegen ihr Leben verlieren.

Nach den beiden Giftspritzen wurde Pike zunächst nicht für tot erklärt. Stattdessen ordnete die Justizvollzugsbehörde ihre medizinische Notfallversorgung und den Transport in ein Spital an.

wil,01.10.2026, 06:05
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