Eigentlich sollte Sharon Jacks wegen einer Krebserkrankung am rechten Unterschenkel operiert werden. Doch nach dem Eingriff im September 2025 fehlte der 74-Jährigen aus dem US-Bundesstaat Ohio das falsche Bein. Obwohl der Chirurg das rechte Bein korrekt markiert hatte, wurde ihr linker Unterschenkel amputiert.
Nun klagt Jacks mehrere Ärzte und Krankenhäuser. Laut dem US-Sender WCHS-TV sollen bei der Operation mehrere Warnsignale übersehen worden sein.
Das linke Bein wurde für den Eingriff vorbereitet und abgedeckt, zudem eine Druckmanschette am falschen Oberschenkel angebracht. Besonders brisant: In den Krankenakten sind laut WCHS-TV zwei sogenannte "Time-outs" dokumentiert, bei denen Patientin und geplanter Eingriff überprüft werden sollen. Trotzdem wurde das falsche Bein entfernt.
Das rechte Bein, das wegen eines Plattenepithelkarzinoms operiert werden sollte, wurde laut "Daily Mail" erst später amputiert. Jacks verlor damit beide Beine. Ihr Anwalt Brad Layne spricht von einem "völligen und umfassenden Versagen mehrerer medizinischer Fachkräfte."
Die Anwälte der 74-Jährigen fordern Schadenersatz und Strafschadenersatz. In der Klage werden unter anderem dauerhafte Verletzungen, Schmerzen, psychische Belastungen, Behandlungskosten, Verdienstausfall und Einschränkungen der Lebensqualität angeführt.
Das Selby General Hospital erklärte gegenüber WBNS-TV, man sei traurig und bete für Jacks und ihre Familie. "Unsere Überprüfung bestätigte ein vermeidbares Ereignis; die erwarteten OP-Abläufe wurden nicht eingehalten", teilte die Klinik mit. Die Beteiligten seien nicht mehr dort tätig. Zudem wurden Pflichtschulungen für Beschäftigte im OP-Bereich eingeführt.