Unwetter-Spirale wütet

Über 400 Liter Regen – Südfrankreich versinkt

Fluten, Erdrutsche und Tornados treffen Südfrankreich. Binnen 24 Stunden fielen örtlich mehr als 400 Liter Regen pro Quadratmeter.
Newsdesk Heute
30.09.2026, 21:42
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Im Süden Frankreichs hat sich die befürchtete Unwetterlage dramatisch zugespitzt. Straßen stehen unter Wasser, Flüsse treten über die Ufer und Menschen müssen aus ihren Fahrzeugen gerettet werden. Besonders betroffen sind die Départements Gard und Hérault.

Dort gilt wegen der enormen Regenmengen die höchste Warnstufe. Auch Météo-France warnt vor heftigen und lang anhaltenden Gewittern sowie der Gefahr von Überschwemmungen und Sturzfluten.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Mehr als 400 Liter Regen in 24 Stunden

Wie "20 Minuten" berichtet, wurden in Teilen des Hérault innerhalb von 24 Stunden bereits rund 200 Millimeter Regen registriert. Bis Mitternacht könnten noch einmal 200 bis 300 Millimeter dazukommen.

Noch extremer fallen die gemessenen Mengen in Teilen der Cevennen aus. Der französische Meteorologe Guillaume Séchet meldete, dass in zahlreichen Gebieten mehr als 100 Millimeter gefallen seien. Östlich von Saint-Hippolyte-du-Fort seien örtlich sogar mehr als 400 Millimeter zusammengekommen.

Das entspricht mehr als 400 Litern Regen pro Quadratmeter innerhalb von nur 24 Stunden. Verantwortlich ist ein mächtiger Tiefdruckwirbel über dem Atlantik. Sein dazugehöriges Wolkenband liegt derzeit über Frankreich und Spanien.

Menschen aus Autos gerettet

Besonders angespannt ist die Lage rund um Montpellier. Im Stadtzentrum wurden bereits Überschwemmungen gemeldet. Auch im benachbarten Gard traten mehrere Flüsse über die Ufer.

Straßen sind teilweise nicht mehr passierbar, zudem kam es zu Erdrutschen. Einsatzkräfte mussten bereits mehrere Menschen aus Fahrzeugen retten.

In besonders gefährdeten Gebieten begannen die Behörden mit Evakuierungen. Dazu zählt auch Saint-Hippolyte-du-Fort. Rund 200 Feuerwehrleute stehen allein im Gard im Einsatz.

Tornados bei Aigues-Mortes gesichtet

Zusätzlich zum Starkregen wurden in der Nähe von Aigues-Mortes mehrere Tornados beobachtet. Fotograf Tristan Bergen berichtete von drei oder vier Tornados innerhalb kurzer Zeit.

Zeitweise seien sogar zwei gleichzeitig zu sehen gewesen. Größere Schäden seien nach seinem Kenntnisstand dadurch bislang nicht entstanden.

Züge fallen aus, Flüge gestrichen

Das Unwetter sorgt auch für massive Einschränkungen im Alltag. Schulen bleiben geschlossen, in Montpellier wurde der Straßenbahnverkehr eingestellt.

Auch der Bahnverkehr ist betroffen. Regional- und Intercités-Züge fallen aus, unter anderem auf Verbindungen nach Montpellier, Nîmes und Sète sowie in Richtung Marseille und Bordeaux. Am Flughafen Montpellier wurden zudem einzelne Flüge gestrichen.

Die Gefahr ist noch nicht vorbei: Weil sich Gewitter über längere Zeit an derselben Stelle halten können, sind weitere Überschwemmungen möglich.

red,30.09.2026, 21:42