Viel konnten wir zuletzt über unser Gesundheitssystem lesen. Eine Reform ist ohne Zweifel dringend geboten. Endlos-Wartezeiten auf OP-Termine; Fachärzte, bei denen sich nur noch mit der Visa statt der E-Card die Orditüren öffnen – das ist nicht der Standard, für den wir Monat für Monat Hunderte Euro Sozialversicherung bezahlen. Trotzdem muss ich eine Lanze brechen.
Sie gestatten, dass es heute persönlich wird. Ein Freitagnachmittag im Landesklinikum Hainburg: Wartezeit in der Notaufnahme – wenige Minuten. Trotz des Wochenendes vor Augen folgt eine Behandlung auf Spitzenniveau. Ärzte und Pflegekräfte leisten hier Unglaubliches – unter teils schwierigen Rahmenbedingungen.
Statt sich über einen neuen A8 Gedanken zu machen, müsste im Gesundheitswesen dringend entbürokratisiert werden. Ellenlange Aufnahme-Fragebögen, Begründungen, warum eine Windel gewechselt wird, Angehörige, die vor ihrem Urlaub betagte Verwandte in das Spital einweisen – all das zehrt an den Nerven.
Teilweise wird es sogar tragisch-komisch: Ein engagierter Arzt in der Notaufnahme, der eine zweite Meinung zu einem EKG in einem anderen Landesklinikum einholen will, sich telefonisch durchkämpft und dann zu hören bekommt: Kann ich leider nicht aufrufen – der Patient hat Hauptwohnsitz Wien.
Und vielleicht beginnen wir – wenn die Budgets wieder krachen – nicht damit, beim Personal im Gesundheitsbereich sparen zu wollen. Dieses leistet tagtäglich Großes und verdient jede Inflationsabgeltung der Welt.