Am Rücken gestreichelt

Hilfsarbeiter griff Lehrmädchen unter das Leiberl

Ein weststeirischer Hilfsarbeiter soll am Arbeitsplatz junge Frauen und weibliche Lehrlinge sexuell belästigt haben – nun stand er vor Gericht.
André Wilding
07.04.2026, 22:05
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Vor dem Bezirksgericht Voitsberg ist ein Hilfsarbeiter aus der Weststeiermark wegen sexueller Belästigung von jungen Frauen und Lehrlingen gestanden. Zwei Betroffene erstatteten Anzeige, laut Gericht gibt es Hinweise auf weitere mögliche Opfer – das berichtet die "Kleine Zeitung".

Im Zentrum der Vorwürfe steht unter anderem eine Firmenfeier im vergangenen Frühjahr. Dort soll der Mann, alkoholisiert, einer Jugendlichen immer nähergerückt sein. Als sie auswich und schließlich nicht mehr weiterkonnte, berührte er sie gegen ihren Willen an der Innenseite der Oberschenkel, heißt es in dem Bericht.

Lehre abgebrochen

Auch weitere Übergriffe folgten: Laut Aussagen strich er über ihren Rücken und griff unter das Leiberl. Die junge Frau flüchtete schließlich auf eine Toilette und verständigte ihren Vater, berichtet die "Kleine Zeitung".

Ein zweites Lehrmädchen berichtete, dass der Mann sie während der Arbeit am Oberschenkel und am Gesäß berührt haben soll. Zudem kam es laut den Angaben auch bei einem Zeltfest zu einem weiteren Vorfall. Eine der Betroffenen brach in der Folge ihre Lehre ab, die andere arbeitet weiterhin im Betrieb, berichtet die Tageszeitung.

"War sehr betrunken"

Zu Prozessbeginn fiel der Angeklagte bereits auf: "Geben Sie bitte im Gerichtssaal Ihre Kappe runter?", ermahnte die Richterin den Mann laut "Kleine Zeitung". Dieser reagierte mit einem "Entschuldigung" und nahm die Kopfbedeckung ab. Die Vorsitzende stellte klar, dass es neben den angezeigten Fällen Hinweise auf weitere Betroffene gebe.

Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe

Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555

Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247

Rat auf Draht: 147

Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20

Polizei-Notruf: 133

Hier weiterlesen: Expertin gibt konkrete Tipps: Kontrolle, Eifersucht - wann der Alarm schrillen sollte  >

Der Angeklagte versuchte zunächst, die Vorwürfe herunterzuspielen. "An dem einen Abend war ich sehr betrunken, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das so war", wird der Mann in der Tageszeitung zitiert. Die Richterin widersprach deutlich und verwies auf Zeugenaussagen sowie Nachrichten, die den Verdacht erhärteten.

"In Zukunft Finger weg"

Am Ende legte der Mann ein Geständnis ab. Die Richterin fand klare Worte: "In Zukunft Finger weg. Es steht Ihnen nicht zu, jemanden zu streicheln, auch wenn das Gegenüber hübsch und freundlich zu Ihnen ist. Noch dazu waren die Opfer minderjährig", wird die Richterin in der "Kleinen Zeitung" zitiert. Auch Kritik am Betrieb blieb nicht aus, insbesondere wegen Alkoholkonsums im Dienst.

Der bisher unbescholtene Mann wurde zu einer Geldstrafe von 1.170 Euro sowie 200 Euro Verfahrenskosten verurteilt, teilt die Tageszeitung mit. Den Opfern sprach die Richterin Mut zu: "Das war super, dass ihr euch überwunden und das angezeigt habt. Das hilft auch vielen anderen Frauen, die sich das vielleicht nicht trauen."

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