Bittere Bilanz des KSV

Hohe Kosten, frühe Sperrstunde – Gastro in der Krise

Die Krise fordert weiter ihre Opfer. Arg betroffen: die Gastronomie. Der KSV berichtet von verschiedenen Problemen, mit denen Wirte zu kämpfen haben.
Oberösterreich Heute
18.09.2026, 05:00
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Auf den ersten Blick wirkt die Statistik nicht so schlimm: 599 Unternehmen mussten in den ersten drei Quartalen 2026 laut KSV-Hochrechnung Insolvenz anmelden. Das ist ein Minus von 0,8 Prozent verglichen mit der Vorjahresperiode.

Aber: Besonders das Verhältnis von eröffneten und nicht eröffneten Verfahren sei besorgniserregend, so die Experten. Jene Fälle, die mangels Kostendeckung nicht gestartet werden, machen bereits 45 Prozent aller Firmenpleiten aus.

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Schulden von 291 Mio. Euro

Die Details: Die vorläufigen Schulden belaufen sich auf rund 291 Millionen Euro – ein Rückgang von 24 Prozent gegenüber 2025. Mit Blickrichtung Jahresende sei eine seriöse Prognose aktuell nur bedingt möglich, erklärt der KSV. Aus heutiger Sicht dürfte das Vorjahresniveau von 842 Insolvenzen nicht erreicht werden.

Wer waren in den ersten neun Monaten die negativen Spitzenreiter? Einmal mehr der Handel (131 Fälle), die Bauwirtschaft (89 Fälle) sowie Beherbergung und Gastronomie (76 Fälle).

"Der Handel ist von der sinkenden Kaufkraft und Konsumzurückhaltung besonders betroffen", erklärt Petra Wögerbauer, Leiterin des Linzer-Standortes. Investitionen in den Ausbau von Online-Angeboten und in bessere Kundenbindung seien lohnend.

Rückgang der Aufträge

Die Bauwirtschaft hat heuer nach wie vor mit hohen Material-, Energie und Personalkosten zu kämpfen. Länder und Gemeinden müssen sparen, was sich im Rückgang der öffentlichen Aufträge zeigt.

Unterdessen hat sich die Situation im Bereich der Gastronomie weiter zugespitzt. "Die Gründe dafür sind seit Monaten ähnlich. Hohe Betriebs- und Lohnkosten führen häufig zu verkürzten Öffnungszeiten", berichtet Wögerbauer. Die notwendigen Einnahmen müssten in entsprechend kürzerer Zeit erwirtschaftet werden.

red,18.09.2026, 05:00