Wenn auf Burg Kreuzenstein plötzlich Kameras rollen, ist das keine Ausnahme mehr. Vergangene Woche wurde die mittelalterliche Anlage im Bezirk Korneuburg erneut zur Filmkulisse – diesmal für die zweite Staffel der Sky-Produktion "The Day of the Jackal". Wie der "Kurier" berichtet, stand unter anderem Oscar-Preisträger Eddie Redmayne vor Ort vor der Kamera.
Noch sind viele Details zur Handlung in der Serie unter Verschluss. Fest steht aber: Die Serie knüpft an die erste Staffel an, in der die Hauptfigur ein Doppelleben zwischen Familienidylle und Auftragskiller-Dasein führt.
Für den Besitzer der Anlage sind prominente Gäste längst Routine. "Fünf Tage wurde aufgebaut, zwei gedreht", schildert Hans Christian Wilczek laut "Kurier" die Arbeiten vor Ort. Große Namen wie Nicolas Cage ("Knowing"), Henry Cavill ("Superman") oder Charlie Sheen ("Two And A Half Men") seien für ihn nichts Ungewöhnliches mehr, alle kamen an der Burg Kreuzenstein vorbei.
Dass internationale Produktionen regelmäßig nach Niederösterreich kommen, hat mehrere Gründe. Neben der Nähe zu Wien werden vor allem die abwechslungsreiche Landschaft und historische Bauwerke als Pluspunkte genannt. Burg Kreuzenstein gilt dabei als besonders gefragte Location und dient seit Jahrzehnten als Filmkulisse.
Auch abseits der Burg ist das Bundesland gefragt. So wurde etwa der preisgekrönte Film "Die Theorie von Allem" am Semmering gedreht, während im Waldviertel Produktionen wie "Body Farm" umgesetzt wurden. Insgesamt wurden laut "Kurier" im vergangenen Jahr 115 Filmprojekte gefördert – deutlich mehr als noch vor zwei Jahrzehnten.
Unterstützung erhalten Produktionen durch die Lower Austria Film Commission. Die Kommission hilft bei der Organisation und vermittelt Drehorte. Laut "Kurier" umfasst die Datenbank rund 80.000 mögliche Locations, die gezielt durchsucht werden können.
Neben dem wirtschaftlichen Effekt spielt auch der Tourismus eine Rolle. Drehorte ziehen Besucher an – ein Effekt, der in Orten wie Retz bereits sichtbar ist. Gleichzeitig müssen Produktionen einen Großteil der Fördergelder wieder im Land investieren.
Der Trend ist klar: Niederösterreich hat sich als fixer Bestandteil internationaler Filmproduktionen etabliert – und dürfte auch künftig immer öfter zur Bühne für große Namen werden.