"Wird es bei uns nie geben"

Hornbach-Chef lässt mit Rabatt-Aussage aufhorchen

Hornbach Österreich setzt weiter auf fixe Tiefpreise statt Rabattaktionen. Geschäftsführer Peter Eberdorfer erklärt, warum sich das nicht ändern soll.
20.10.2026, 08:23
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Während sich viele Händler mit Sonderangeboten und Rabattaktionen gegenseitig unterbieten, schlägt Hornbach einen anderen Weg ein. Der Baumarktkonzern will auch künftig auf klassische Preisnachlässe verzichten. Österreich-Chef Peter Eberdorfer macht dabei eine klare Ansage.

"Ich halte an unserer Preispolitik fest. Bei uns wird es nie einen Rabatt geben", erklärt Eberdorfer gegenüber der "Kleinen Zeitung". Der gebürtige Steirer, der seit März 2025 die Geschäfte von Hornbach Österreich führt, sieht sich durch eine neue Umfrage in seiner Strategie bestätigt.

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95 Prozent wollen verlässliche Preise

Für die Untersuchung beauftragte Hornbach das Meinungsforschungsinstitut Marketagent. Das Ergebnis: 95 Prozent der österreichischen Bevölkerung halten dauerhaft günstige und verlässliche Preise für eher oder sehr wichtig.

Fast 94 Prozent haben laut Umfrage schon einmal ein Produkt gekauft und kurz darauf festgestellt, dass es anderswo günstiger angeboten wird. Neun von zehn Befragten ärgern sich darüber.

"Wir wollten wissen, ob wir die Geisterfahrer sind oder die anderen", erklärt Eberdorfer im Gespräch mit der Tageszeitung. Besonders kritisch sieht er den ständigen Wettbewerb um Sonderangebote.

"Es ist bedenklich, wenn die Rabattschlacht die österreichische Antwort auf Inflationsprobleme ist. Am Ende zahlen es immer die Kundinnen und Kunden. Jeder weiß das, niemand sagt es", stellt der Hornbach-Chef in der "Kleinen Zeitung" klar.

Österreicher vergleichen täglich Preise

Wie viel Zeit die Suche nach günstigen Angeboten kostet, zeigt ein weiteres Ergebnis der Studie. Im Durchschnitt verbringen Menschen in Österreich täglich 12,6 Minuten damit, Preise zu vergleichen.

Besonders häufig geschieht das bei Elektronik und Haushaltsgeräten. In dieser Kategorie achten 74 Prozent auf Preisunterschiede. Bei Heimwerkerprodukten sind es 44 Prozent. "Es hat mich selbst überrascht, wie sehr die Umfrage bestätigt, dass die Menschen davon genervt sind", sagt Eberdorfer zur "Kleinen Zeitung".

Künstliche Intelligenz prüft Tausende Preise

Hornbach setzt statt zeitlich begrenzter Aktionen auf seine sogenannte Dauertiefpreisgarantie. Dabei orientiert sich das Unternehmen an den günstigsten regulären Preisen der Konkurrenz.

"Seit dem Unternehmenseintritt in Österreich 1996 kommen wir ohne Rabatte und Aktionen aus", betont Eberdorfer in der Tageszeitung. Um die Preise wettbewerbsfähig zu halten, werden laufend Angebote anderer Händler überprüft.

"Wir schauen uns jeden Tag tausende Verkaufspreise an", erklärt der Geschäftsführer. Dabei kommen auch automatisierte Systeme und künstliche Intelligenz zum Einsatz. Angesichts von mehr als 200.000 Artikeln im Sortiment sei das notwendig.

Gleichzeitig versucht das Unternehmen, seine Einkaufs- und Verwaltungsabläufe so zu gestalten, dass die Preise konkurrenzfähig bleiben und dennoch ausreichend Ertrag erwirtschaftet wird.

Hornbach wächst trotz schwierigem Markt

Einfach ist das Geschäft für Baumärkte derzeit nicht. Der Heimwerkermarkt in Österreich und Deutschland gilt als stark umkämpft, das Marktvolumen wächst seit Jahren kaum.

"Die Baumarktbranche in Deutschland und Österreich ist wegen ihrer Dichte weltweit jene mit der schwierigsten Lage. Es ist ein Verdrängungswettbewerb", sagt Eberdorfer gegenüber der "Kleinen Zeitung".

Hornbach gibt seinen Marktanteil in Österreich mittlerweile mit 18 Prozent an. Auch europaweit legte der Konzern zuletzt zu. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres stiegen die Erlöse um sechs Prozent auf mehr als 3,8 Milliarden Euro.

Nächster Hornbach-Standort bereits in Planung

Trotz des harten Wettbewerbs will Hornbach sein Filialnetz weiter ausbauen. Erst im September eröffnete in Graz-Liebenau der 16. österreichische Standort. Nur rund 500 Meter entfernt befindet sich ein Obi-Markt.

Der nächste Hornbach in Österreich ist bereits Thema. "Ich kümmere mich wöchentlich darum, Standort Nummer 17 an den Start zu bringen", sagt Eberdorfer gegenüber der "Kleinen Zeitung", "aber es ist noch nichts spruchreif."

Auch international hat der Familienkonzern große Pläne. Die Zahl der Märkte in neun Ländern soll von derzeit 178 auf 200 steigen. In Deutschland übernimmt Hornbach bis zum Frühjahr außerdem sechs ehemalige Standorte der insolventen Baumarktkette Hellweg.

An der Preisstrategie soll sich durch das Wachstum nichts ändern: Hornbach setzt weiterhin auf dauerhaft günstige Preise statt auf Rabattaktionen.

wil, 20.10.2026, 08:23
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