Drei Rabattmarkerl an der Kassa abgegeben, doch eines davon bringt praktisch nichts: Eine Kundin aus Niederösterreich erlebte bei ihrem Einkauf in einer Billa-Filiale eine kuriose Überraschung. Statt bei einem teureren Produkt wurde eines ihrer 25-Prozent-Pickerl auf ein Biosackerl um drei Cent angewendet. Die Ersparnis fiel entsprechend bescheiden aus: genau ein Cent.
Wie das Portal "5 Minuten" berichtet, hatte die Frau bei ihrem Einkauf insgesamt drei Rabattmarkerl eingelöst. Zwei davon brachten ihr zusammen etwas mehr als zwei Euro Preisnachlass.
Beim dritten Pickerl sah die Sache allerdings anders aus. Dieses wurde automatisch einem sogenannten Knotenbeutel aus der Obst- und Gemüseabteilung zugeordnet. Der Preis des Sackerls betrug gerade einmal drei Cent. Nach Abzug des Rabatts blieb für die Kundin eine Ersparnis von einem Cent übrig.
Besonders kurios: Die Frau hatte die Kassiererin laut eigenen Angaben sogar ausdrücklich gebeten, darauf zu achten, dass sich die Rabattmarkerl möglichst auszahlen.
Hintergrund ist eine Änderung, die der Supermarktkonzern am 24. September 2026 eingeführt hat. Seither werden die 25-Prozent-Rabattmarkerl automatisch auf die teuersten dafür infrage kommenden Artikel angewendet.
Zuvor konnten Kunden selbst auswählen, auf welche Produkte sie ihre Pickerl kleben wollten. Diese Entscheidung fällt nun weg.
Billa begründet die Umstellung mit Rückmeldungen aus der Kundschaft. Viele hätten sich eine unkompliziertere Abwicklung an der Kassa gewünscht.
"Wir reagieren damit auf einen oft geäußerten Wunsch unserer Kunden. Sowohl in Kundenservice, als auch in unserem neu gegründeten Kundengespräch wurde der Wunsch nach weniger Nachdenken an der Kassa und mehr Komfort geäußert. Somit gibt es den klar nachvollziehbaren Preisvorteil weiterhin, aber die Anwendung wird deutlich einfacher", erklärte das Unternehmen gegenüber "5 Minuten".
Dass das dritte Pickerl ausgerechnet bei einem günstigen Biosackerl landete, hängt auch mit den Ausnahmen bei der Rabattaktion zusammen.
Denn obwohl auf der Rechnung der Niederösterreicherin zahlreiche Artikel standen, kam für den dritten Preisnachlass offenbar nur noch das Sackerl infrage.
Eine Rolle spielt dabei auch die neue Billa-Aktion "Immer-Clever-Preis". Mit dieser hat der Supermarkt tausende Produkte dauerhaft im Preis gesenkt und will damit preislich mit Diskontern mithalten.
Auf Artikel, die unter diese Aktion fallen, können die 25-Prozent-Rabattmarkerl allerdings nicht angewendet werden. Dadurch wird die Auswahl an Produkten, für die ein Pickerl eingelöst werden kann, eingeschränkt.
Das Portal "5 Minuten" wollte von Billa wissen, wie es zu der ungewöhnlichen Rabattberechnung kommen konnte. Trotz zweimaliger Nachfrage lag zunächst keine Stellungnahme des Unternehmens zu diesem konkreten Fall vor.
Für die betroffene Kundin bleibt damit eine ungewöhnliche Einkaufsbilanz: Während zwei Rabattmarkerl immerhin mehr als zwei Euro Ersparnis brachten, war das dritte gerade einmal einen Cent wert.