Vier der größten Mobilfunkanbieter Europas machen gemeinsame Sache: Deutsche Telekom, Orange, Telefónica und Vodafone haben eine Absichtserklärung unterzeichnet. Darin vereinbaren die Unternehmen, ein gemeinsames Gebot für die Zuteilung von Frequenzen für mobile Satellitendienste in Europa zu prüfen. Die sollen ja demnächst neu vergeben werden.
Das Ziel: Mobilfunkverbindungen sollen künftig auch dort möglich sein, wo herkömmliche Handynetze keine oder nur eine schlechte Versorgung bieten.
Im Mittelpunkt stehen sogenannte Direct-to-Device-Dienste (D2D). Dabei können Mobiltelefone direkt mit Satelliten kommunizieren, ohne auf eine Verbindung zu einem Mobilfunkmast angewiesen zu sein.
Die Unternehmen wollen damit eine flächendeckende Versorgung auch in bisher unterversorgte Gebiete bringen. Die Initiative unterstützt auch das Ziel der EU-Kommission, Europas Unabhängigkeit, Sicherheit und Widerstandsfähigkeit bei kritischer Infrastruktur zu stärken.
Einige moderne Smartphones unterstützen bereits theoretisch direkte Satellitenverbindungen. Dazu gehören iPhones, Google-Pixel-Geräte sowie ausgewählte Samsung-Galaxy-Modelle.
Ein wichtiger Bestandteil des Vorhabens ist der offene Zugang für andere Netzbetreiber. Nach den Plänen der vier Konzerne sollen sämtliche Mobilfunkanbieter in Europa die Satellitendienste zu fairen und diskriminierungsfreien Bedingungen nutzen können.
Damit könnten auch Anbieter, die nicht direkt an der Initiative beteiligt sind, ihren Kunden künftig Satellitenverbindungen anbieten.
Deutsche Telekom, Orange, Telefónica und Vodafone wollen ihre großen Kundenreichweiten, Netzkapazitäten und technische Erfahrung bündeln. Dadurch soll die Einführung der neuen Dienste beschleunigt und die Integration von Satellitenverbindungen in bestehende Mobilfunknetze erleichtert werden.
Die vier Netzbetreiber planen, zentrale Infrastrukturen am Boden sowie wichtige Koordinierungs- und Steuerungsfunktionen in Europa aufzubauen.
An einer eigenen Satellitenkonstellation wollen sie sich allerdings nicht direkt beteiligen. Die dafür benötigten Satelliten soll ein Partner bereitstellen, der noch ausgewählt werden muss.
Die Zusammenarbeit soll europäische Kontrolle und Marktzugang mit bewährter Satellitentechnologie verbinden. Gleichzeitig soll die Entwicklung einer europäischen Satellitenkonstellation unterstützt werden.
Schon jetzt stehen übrigens die Zeichen auf Sturm: Die USA haben bereits mit "verheerenden" Vergeltungsmaßnahmen gedroht, sollte die EU den Marktzugang amerikanischer Satellitenanbieter einschränken und Teile der Frequenzen für europäische Anbieter reservieren.