Aus für Ur-Mobilfunk

A1 zieht den Stecker! Diese Handys bleiben bald stumm

Der Termin steht: Der Mobilfunker A1 verabschiedet sich von einem alten Mobilfunkstandard. Wen das betrifft und wer jetzt handeln muss.
Team Wirtschaft
05.05.2026, 12:26
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A1 nimmt im Mai 2028 den in die Jahre gekommenen 2G-Mobilfunkstandard vom Netz. Für die meisten Smartphone-Nutzer ändert sich wenig. Probleme kann es aber bei alten Handys, veralteten SIM-Karten und Geräten geben, die unbemerkt in Maschinen, Autos oder Gebäuden funken. Mit 2G läuft eine Technik aus, die Anfang der 1990er-Jahre eingeführt wurde und über Jahrzehnte als Basis für mobiles Telefonieren und einfache Datenübertragung diente.

Mobilfunker gibt Kunden zwei Jahre Vorlaufzeit

A1 gibt Kundinnen und Kunden mit der jetzigen Ankündigung zwei Jahre Vorlaufzeit. Der Konzern begründet die Abschaltung mit Sicherheitsanforderungen, besserer Netzqualität und geringerem Energieverbrauch. Außerdem sollen Frequenzen und technische Ressourcen künftig stärker für modernere Mobilfunkstandards genutzt werden.

2G war lange die Grundversorgung im Mobilfunk. Telefonieren, SMS und die Übertragung kleiner Datenmengen waren damit möglich. Für heutige Anwendungen reicht die Technik aber kaum noch aus. Streaming, Videotelefonie, mobiles Arbeiten oder Apps mit hohem Datenverbrauch laufen längst über LTE, 4G oder 5G.

Aus für 2G beendet eine Ära

A1-Chef Jiří Dvorjančanský verweist auf die historische Bedeutung des Standards. "Mit 2G hat die Revolution des mobilen Internets begonnen", sagt der CEO von A1 Österreich. Ohne diese Technologie wäre die heutige Smartphone-Nutzung nicht denkbar gewesen.

Gleichzeitig macht A1 klar, dass die 2G-Technologie inzwischen am Ende ist. Dvorjančanský formuliert es so: "Heute spielt 2G nur noch eine sehr untergeordnete Rolle und macht nun Platz für neue, leistungsfähigere Standards."

Ältere Handys von Abschaltung betroffen

Für Nutzerinnen und Nutzer moderner Smartphones sollte die Abschaltung im Alltag nicht zu spüren sein. Geräte, die in den vergangenen Jahren gekauft wurden, telefonieren und surfen in der Regel über neuere Standards. Entscheidend ist aber, ob das Gerät Telefonie über LTE unterstützt und ob auch die SIM-Karte dafür geeignet ist.

Problematisch kann es bei älteren Tastenhandys und sehr alten Smartphones werden. Manche dieser Geräte nutzen 2G noch für Sprachtelefonie. Wer ein besonders altes Handy besitzt, sollte daher prüfen, ob es LTE oder zumindest moderne Mobilfunkdienste unterstützt.

Wo die große Gefahr lauert

Die größere Baustelle liegt allerdings nicht beim klassischen Handy. 2G wird heute noch häufig von sogenannten Machine-to-Machine- und IoT-Geräten genutzt. Das sind Geräte, die kleine Datenmengen übertragen, etwa Messwerte, Füllstände, Telemetrie-Daten oder Steuerbefehle.

Solche Technik kann in Gebäuden, Maschinen, Fahrzeugen, Zählern, Steuerungen oder Überwachungssystemen verbaut sein. Heißt: Ein Gerät, das bisher funktioniert hat, kann ab Mai 2028 plötzlich keine Verbindung mehr herstellen, wenn es ausschließlich 2G beherrscht.

A1 rät Unternehmen zur Prüfung

Vor allem für Unternehmen bedeutet das: Sie müssen prüfen, welche Geräte noch auf 2G angewiesen sind. Besonders betroffen sein können ältere Anlagen, Fuhrpark-Lösungen, Automaten, Fernwartungssysteme oder technische Infrastruktur, die selten modernisiert wurde.

Nicht nur das Gerät selbst und seine technischen Möglichkeiten sind allerdings entscheidend. Auch die SIM-Karte kann zum Problem werden. Denn – laut A1 müssen physische SIM-Karten LTE-fähig sein, um moderne Mobilfunkdienste nutzen zu können.

Tausch von veralteten SIM-Karten kostenlos möglich

Wer noch eine sehr alte SIM-Karte verwendet, kann sie kostenlos tauschen lassen. Laut A1 ist das über das Service-Team, in einem A1 Shop oder online möglich. Privatkunden können sich ab sofort über die Infoseite www.A1.net/2G informieren. Hier erfahren sie, was die Abschaltung für sie bedeutet bzw. bedeuten könnte und welche Schritte notwendig sind.

Betroffene Geschäftskunden von A1 werden hingegen von ihren Kundenbetreuern informiert. Sie sollen beim Umstieg persönlich betreut werden.

2G steht europaweit vor dem Aus

Mit der Abschaltung steht A1 nicht allein da. In mehreren europäischen Ländern haben Mobilfunkanbieter alte Netze bereits deaktiviert oder zumindest Termine für deren Abschaltungen festgesetzt. Der Hintergrund ist überall derselbe: Die alte Technik bindet Ressourcen, die für leistungsfähigere Netze gebraucht werden.

{title && {title} } tmw, {title && {title} } 05.05.2026, 12:26
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