Mega-Forderungen

Neue Signa-Enthüllungen – jetzt geht’s ans Eingemachte

In seinem mittlerweile sechsten Bericht hat der Insolvenzverwalter eine Zwischenbilanz gezogen. Worum es jetzt geht, was passiert, was gemacht wurde.
Team Wirtschaft
04.05.2026, 13:15
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Bei der Signa Holding ist der große Ausverkauf offenbar weitgehend erledigt – doch der eigentliche Kampf um das Geld beginnt erst jetzt richtig. Das zeigt der sechste von Insolvenzverwalter Christof Stapf an das Handelsgericht Wien übermittelte Bericht. Der zeigt auch: In der Mega-Pleite geht es längst nicht mehr nur um Immobilien, Beteiligungen und offene Rechnungen. Jetzt stehen millionenschwere Gerichtsverfahren im Mittelpunkt.

160 Millionen womöglich illegal abgeflossen

Konkret geht es um sogenannte Anfechtungsansprüche in Höhe von mehr als 160 Millionen Euro, die mittlerweile ein Fall für die Gerichte sind. Heißt im Klartext: Der Insolvenzverwalter will Geld zurückholen, das aus Sicht der Masse womöglich nicht hätte abfließen dürfen. Weitere Ansprüche werden noch geprüft.

Gläubiger wollen von Signa Holding 8,39 Milliarden Euro

Bisher konnten aus solchen Anfechtungen rund 8,7 Millionen Euro für die Insolvenzmasse hereingeholt werden. Das ist viel Geld – gemessen an der Dimension der Signa-Pleite aber nur ein kleiner Teil. Denn im Verfahren sind derzeit 451 Forderungen angemeldet. Die Gesamtsumme: rund 8,39 Milliarden Euro.

Anerkannt wurden davon bisher rund 2,76 Milliarden Euro. Der Rest – rund 5,64 Milliarden Euro – ist laut Bericht des Masseverwalters weiterhin bestritten.

Flugzeug, Waffen und Co. brachten Millionen

Besonders spannend – was bereits alles zu Geld gemacht wurde. Aus der Verwertung von Fahrnissen, also beweglichem Vermögen, flossen bereits rund 10 Millionen Euro in die Masse. Darunter: ein Flugzeug, Büroausstattung, Jagdwaffen sowie Einrichtung aus der Villa Ansaldi. Auch Domains und Markenrechte wurden verwertet.

Die Marke Signa selbst ist noch nicht endgültig verkauft. Ihre Nutzung durch die Insolvenzverwaltungen wurde aber für fünf Jahre gesichert - mit Option auf weitere fünf Jahre. Damit bleibt der Name, der einst für ein Immobilienimperium stand, auch im Pleiteverfahren ein wirtschaftlicher Faktor.

Beteiligung an Chrysler Building bereits zu Geld gemacht

Auch bei den Beteiligungen wurde aufgeräumt. Ein Großteil soll bereits verkauft sein. Dazu zählt unter anderem der US-Strang mit dem berühmten Chrysler Building in New York. Auch bei der Beteiligung an der "Kronen Zeitung" wurden Erlöse erzielt. Details dazu bleiben aber zum größten Teil geheim, weil Vertraulichkeit vereinbart wurde.

Noch offen sind unter anderem die mittelbare Beteiligung am Kurier sowie weitere Medienbeteiligungen. Hier laufen laut Bericht noch Verhandlungen.

Mysteriöse Geldflüsse im Visier

Parallel dazu wird die Prüfung der Zahlungsflüsse ausgeweitet. Nachdem die Gebarung der Signa Holding bereits 2024 analysiert wurde, schaut nun Deloitte Financial Advisory im Rahmen einer übergreifenden Prüfung auch auf große Signa-Gesellschaften. Der Insolvenzverwalter arbeitet dabei weiter mit den Ermittlungsbehörden zusammen.

Insolvenzverwalter prüft Klagen gegen Berater

Auch mögliche Ansprüche gegen Berater werden geprüft. Dabei geht es um Wirtschaftstreuhänder, Steuerberater und Rechtsanwälte. Zusätzlich werden Ansprüche aus D&O-Versicherungen verfolgt – also Versicherungen, die bei Managerhaftung eine Rolle spielen können.

Bei Signa Holding selbst sind 200 Millionen offen

Die offenen Aktivforderungen der Signa Holding selbst belaufen sich auf rund 200 Millionen Euro. Wie viel davon tatsächlich hereinkommt, ist aber offen. Entscheidend wird sein, welche Quoten aus den Insolvenzverfahren der Signa Development Selection AG und der Signa Prime Selection AG fließen.

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