Am Energiemarkt bleibt die Lage angespannt. Wegen der anhaltenden Konflikte im Nahen Osten ist laut durchblicker derzeit keine echte Entspannung in Sicht. Dazu kommen niedrige Gasfüllstände, die über den Sommer womöglich teuer aufgefüllt werden müssen.
Für Haushalte kann das besonders dann bitter werden, wenn sie in einem Gas-Tarif ohne Preisgarantie und ohne Vertragsbindung stecken, warnen jetzt die Marktexperten in einer aktuellen Aussendung. Laut Schätzungen des Online-Wechselportals betrifft das mehrere hunderttausend Gaskunden in Österreich.
Bei vielen 12-Monats-Tarifen endet nach der Bindefrist auch der Schutz vor Preiserhöhungen. Danach können Preise je nach Anbieter automatisch an den Großhandelspreis angepasst oder nach Ankündigung erhöht werden.
"Seit der Eskalation des Iran-Konflikts haben die Energiepreise deutlich angezogen. Das veranlasst viele Haushalte dazu, ihren Gas-Tarif unter die Lupe zu nehmen und zu optimieren", sagt Stefan Spiegelhofer, Energieexperte bei durchblicker.
Die Wechselbereitschaft steigt zwar, bleibt aber niedrig. Im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres verzeichnete durchblicker um 78 Prozent mehr Gas-Anbieterwechsel auf der eigenen Plattform. Laut einer aktuellen Befragung hätten dennoch 54 Prozent der rund 850.000 Haushalte mit Gasheizung noch nie den Anbieter gewechselt.
Weitere 22 Prozent haben erst einmal gewechselt, 15 Prozent mehrmals. Nur rund jeder zehnte Haushalt optimiert seinen Tarif regelmäßig.
Schon jetzt sind die Preisunterschiede enorm. Ein Durchschnittshaushalt mit 11.800 Kilowattstunden Gasverbrauch zahlt beim günstigsten Anbieter derzeit 1.341 Euro pro Jahr. Beim teuersten Anbieter sind es 1.881 Euro, also 540 Euro mehr. Der günstigste Fixpreis-Tarif mit 12 Monaten Bindung und Preisgarantie ist laut durchblicker um 5,4 Cent pro kWh erhältlich.
"Eine Vertragsbindung mit Preisgarantie bietet die größtmögliche Stabilität und Planungssicherheit", sagt Spiegelhofer. Haushalte sollten daher rechtzeitig prüfen, ob ihr Tarif noch Schutz vor Preiserhöhungen bietet. Klartext: Wer jetzt nicht reagiert, dem droht im kommenden Winter eine böse Überraschung.