Für René Benko (49) könnte die Zeit außerhalb des Gefängnisses gefährlich werden. Der ehemalige Signa-Boss sitzt seit Donnerstag mit elektronischer Fußfessel in einer Wohnung in Innsbruck. Sicherheitsexperten befürchten laut "Bild", dass der Pleite-Investor ins Visier seiner Gläubiger geraten könnte.
Hintergrund sind unter anderem die finanziellen Verbindungen zum saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman (41). Dessen Staatsfonds soll 2023 mindestens einen dreistelligen Millionenbetrag in Benkos Signa-Gruppe gesteckt haben. Nach dem Zusammenbruch des Immobilienkonzerns war das Geld verloren.
Schon 2024 erhielt Benko wegen "Drohungen aus Saudi-Arabien" Polizeischutz. Ob er auch jetzt bewacht wird, ließen die Behörden offen. Mohammed bin Salman wird seit der Ermordung und Zerstückelung eines Regimekritikers im Jahr 2018 auch als "Blut-Scheich" bezeichnet.
Nach insgesamt 629 Tagen in Haft und Untersuchungshaft lebt Benko nun auf 60 Quadratmetern. Die Unterkunft hat ihm sein Verteidiger Norbert Wess (51) organisiert.
Wie "Heute" bereits ausführlich berichtete, darf Benko täglich eine Stunde für Sport oder Einkäufe ins Freie. Auch seine Familie darf er besuchen. Kontaktverbote zu früheren Geschäftspartnern bleiben hingegen bestehen.
Wie lange der frühere Immobilienunternehmer in seiner Wohnung bleiben kann, ist ungewiss. Die Staatsanwaltschaft bekämpft seine Entlassung aus der U-Haft. Bereits kommende Woche soll das Oberlandesgericht Innsbruck eine Entscheidung treffen.
Benko war im Jänner 2025 festgenommen worden. Im September erhielt er wegen betrügerischer Krida eine rechtskräftige Haftstrafe von zweieinhalb Jahren. Weil die Untersuchungshaft bereits mehr als zwei Drittel davon ausmachte, kam er vorzeitig bedingt frei. Schon im November wartet der nächste Prozess auf ihn – diesmal wegen schweren Betrugs.