Amazon schluckt den Satellitenbetreiber Globalstar, an dem Apple maßgeblich beteiligt ist. Damit holt sich der US-Riese nicht nur zusätzliche Satelliten, sondern auch Funkfrequenzen, Technik und jahrelange Erfahrung bei Verbindungen dort, wo kein Handymast mehr steht. Teil des Deals ist ein Pakt mit Apple.
Denn – Globalstar steckt bisher hinter jenen Satelliten-Funktionen, die Apple auf seinen Geräten anbietet. Unter dem neuen Vertrag soll Amazon diese Dienste weiter absichern. Betroffen sind iPhone 14 oder neuer sowie die Apple Watch Ultra 3, die über entsprechende Sat-Module verfügen. Darüber laufen bisher unter anderem Notruf SOS via Satellit, Nachrichten (in den USA und Kanada), Standortfreigabe und Pannenhilfe abseits des Mobilfunknetzes.
Amazon selbst baut mit Leo (bis November 2025 „Project Kuiper“) gerade sein eigenes Satellitennetz auf und rüstet sich damit für den direkten Schlagabtausch mit Elon Musks Starlink. Laut Konzern wurden bereits 200 Satelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn (LEO, Low Earth Orbit) geschossen, die erste Ausbaustufe soll aus mehr als 3.200 Satelliten bestehen.
Ab 2028 will Amazon ein eigenes sogenanntes Direct-to-Device-System starten. Heißt auf gut Deutsch: Moderne Handys sollen direkt über die 590 bis 630 Kilometer entfernten Satellit telefonieren, simsen und Daten schicken können, selbst wenn unten auf der Erde kein klassisches Netz verfügbar ist.
Nach Angaben von Amazon haben Inhaber von rund 58 Prozent der Stimmrechte bereits schriftlich dem Deal zugestimmt. Der Abschluss der Übernahme ist für 2027 geplant – vorausgesetzt, auch die Behörden spielen mit. Als Kaufpreis werden 11,6 Milliarden Dollar genannt, umgerechnet rund 9,9 Milliarden Euro.