20 Jahre lang arbeiteten Christian Horner und Helmut Marko bei Red Bull zusammen, feierten zahlreiche Erfolge in der Formel 1. Mittlerweile haben sich die beiden ehemaligen Führungskräfte allerdings nichts mehr zu sagen. Jetzt rechnet Horner mit seinem früheren Weggefährten ab – und erhebt dabei auch persönliche Vorwürfe gegen den 83-jährigen Steirer.
Angesprochen nach seinem aktuellen Verhältnis zu Marko wird Horner deutlich. "Wir haben keins", antwortet der Brite gegenüber der "Bild" knapp. Besonders der Abschied bei Red Bull hat beim Briten Spuren hinterlassen. Horner musste im Juli 2025 nach einem langen internen Machtkampf seinen Posten als Teamchef räumen.
Marko verließ den Rennstall nach Saisonende. Dass sein ehemaliger Kollege an seiner Entlassung mitgewirkt haben soll, nimmt Horner ihm bis heute übel.
"Es hat mich getroffen, dass er so an meinem Rausschmiss gearbeitet hat, während meine Ex-Partnerin und die Mutter meiner Tochter kurz zuvor verstorben war. Er hat nicht einmal sein Beileid ausgesprochen. Das war nicht die feine englische Art", schildert der Brite.
Den letzten persönlichen Kontakt gab es an Horners letztem Arbeitstag bei Red Bull. "An meinem letzten Arbeitstag bei Red Bull saßen wir zu zweit in meinem Büro und haben uns am Ende die Hand gegeben. Seitdem herrscht Funkstille. Aber das ist auch in Ordnung."
Dabei war das Verhältnis zwischen den beiden schon Jahre zuvor zunehmend angespannt. Als entscheidenden Wendepunkt bezeichnet Horner den Tod von Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz im Oktober 2022.
Der österreichische Unternehmer hatte zuvor die wichtigsten Entscheidungen innerhalb des Rennstalls getroffen. Nach seinem Tod kam es zu internen Machtkämpfen.
Horner kritisiert dabei auch Markos Umgang mit jungen Fahrern und dessen Kontakte zu den Medien: "Ich fand, dass er zu denen immer viel zu hart war, und es nervte, dass er andauernd Interna wie Rennstrategien und Fahrer-News an die Medien durchsteckte."
Trotz der heftigen Vorwürfe erkennt Horner auch die Verdienste seines früheren Kollegen an. Immerhin war es Marko, der sich einst bei Mateschitz für seine Verpflichtung als Teamchef eingesetzt hatte.
"Helmut und ich haben 20 Jahre Seite an Seite gearbeitet. Ich habe ihm viel zu verdanken, weil er sich damals bei Dietrich für mich eingesetzt hat, als es darum ging, einen Anfang 30-Jährigen zum Teamchef zu machen."
Gemeinsam prägten sie eine der erfolgreichsten Epochen der Formel 1. Unter ihrer Führung holte Red Bull insgesamt 14 Fahrer- und Konstrukteurs-Weltmeisterschaften sowie 124 Grand-Prix-Siege.