Es war ein schrecklicher Zwischenfall der sich am 20. September beim MotoGP in Spielberg abspielte. Die neunjährige Vanessa aus Wörgl hatte sich mit einem Regenschirm ausgerüstet, um sich vor der Sonne zu schützen. Als sie diesen zusammenklappen wollte, kam es zu dem schlimmen Unfall.
Der Griff brach ab, woraufhin sich die innere Stange in den Oberbauch des Mädchens bohrte. Die Neunjährige zog die Stange daraufhin selbst wieder hinaus, was dazu führte, dass die Wunde stark zu bluten begann.
In dieser Lage kamen dem Kind und ihrer Familie eine englischsprachige Frau, die sich als Krankenschwester herausstellte und ein Mann zu Hilfe. Dieser sei – laut Erinnerung der Familie – Sanitäter gewesen. Die beiden versuchten die Blutung zu stoppen bis die Mediziner vor Ort übernahmen. Anschließend wurde das Mädchen per Hubschrauber in die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie nach Graz gebracht.
Dort wurde sie von Klinikvorstand Univ.-Prof. Dr. Holger Till versorgt. Anfangs schien die Wunde nicht so schlimm zu sein. Erst im Laufe der Nacht stellte sich dann heraus, dass die Schirmstange "rund acht Zentimeter tief in den Oberbauch eingedrungen" sein muss, so Till. Sie hatte dabei auch die Leber durchstoßen und die Gallenblase verletzt. Dadurch hatten sich Blut und Gallenflüssigkeit im Bauchraum gesammelt.
Noch am nächsten Morgen wurde Vanessa von einem Team um Till und Oberärztin Agnes Bokros operiert. Dabei musste die verletzte Gallenblase entfernt werden. Nach der Operation wurde das Mädchen auf der Intensivstation betreut und ist wieder schmerzfrei. Nun darf sie mit ihrer Familie wieder nach Hause fahren.
In Zukunft werde die Neunjährige durch die Entfernung der Gallenblase auch kaum Einschränkungen haben. Galle wird in der Leber produziert, die Gallenblase dient vor allem als Speicher. Ohne sie gelangt die Galle direkt über die Gallenwege in den Darm. Also ging am Ende noch alles gut aus.
Der Familie ist es nun wichtig, die Personen zu finden, die ihrer Tochter am Red Bull Ring geholfen haben. Gesucht werden die englischsprachige Krankenschwester und der männliche Sanitäter. Man möchte sich persönlich bei den Helfern bedanken.