Wenn du morgens aufstehst und als Erstes auf dein Handgelenk blickst, entscheidet sich oft schon, wie dein Tag verläuft. Ich habe mir das neue Smartwatch-Oberklasse-Modell Huawei Watch GT 7 Pro in der imposanten 46-Millimeter-Ausführung umgeschnallt und über mehrere Wochen hinweg im Alltag, beim schweißtreibenden Sport und in ruhigen Momenten auf Herz und Nieren überprüft. Wer eine schicke Uhr sucht, wird auf den ersten Blick positiv überrascht sein. Die Kante der Lünette besteht aus feinstem Nanokristall-Keramikmaterial, während das mittlere Gehäusesegment aus einer extrem widerstandsfähigen Titanlegierung gefertigt ist, die sonst vor allem in der Luft- und Raumfahrt verwendet wird.
Das Display schützt echtes Saphirglas. In meinem ausgiebigen Praxistest zeigte sich diese Materialkombination von ihrer unbeeindruckten Seite. Egal ob ich beim hektischen Umräumen in der Wohnung versehentlich an einer scharfen Tischkante hängen geblieben bin, im Büro mit dem Arm über das Metallgehäuse des Laptops geschrammt bin oder draußen auf schmalen Waldwegen Äste das Gehäuse gestreift haben: Das Glas und der Rahmen blieben frei von jedem noch so kleinen Kratzer. Beim Tragekomfort hat der Hersteller ebenfalls an den passenden Schrauben gedreht. Das neuartige Fluorkautschuk-Armband namens EasyCross verjüngt sich zu den Enden hin auf geschmeidige Weise.
Dadurch liegt das Band flach und ohne unschöne Ausbuchtungen am Handgelenk an, verfängt sich nicht in den Ärmeln der Sportbekleidung und schützt wirksam vor Reibung. Das An- und Ablegen klappt dank des durchdachten Schnellverschlusses innerhalb von wenigen Sekunden. Ich hatte die Uhr in der Farbvariante Grün im Einsatz, außerdem gibt es Modelle in Schwarz und auffälligem Gelb. Je nach Farbe kann die Uhr problemlos zu unterschiedlichen Kleidungsstilen kombiniert werden, vom funktionellen Skianzug über das eng anliegende Radtrikot bis hin zum legeren Poloshirt auf dem Sportplatz. Preislich spielt auch die neue Huawei-Smartwatch im oberen Segment mit, die Modelle gibt es um beziehungsweise ab rund 350 Euro.
Ein zentraler Knackpunkt bei modernen Alltagsbegleitern am Handgelenk ist seit jeher die Ausdauer der Batterie. Hier liefert das Gerät Messwerte ab, die im Alltag für Erleichterung sorgen und beinahe rekordverdächtig sind. Bei einer sparsamen und leichten Nutzung hält der eingebaute Akku bis zu 21 Tage durch, ohne dass du auch nur einmal das Ladekabel suchen musst. Wer die Uhr ganz normal verwendet und typische Funktionen wie die regelmäßige Pulsmessung, die Schlafanalyse und wöchentlich mehrere Stunden Training nutzt, kommt auf eine beachtliche Laufzeit von bis zu zwölf Tagen. Selbst wenn das Display im Always-On-Modus dauerhaft eingeschaltet bleibt, hält der Energiespeicher noch immer eine Woche durch.
Für ausdauernde Outdoor-Enthusiasten ist besonders der reine Sportmodus interessant: Im vollen Trainingsbetrieb beim Trailrunning mit aktiver Standortbestimmung hält die Uhr bis zu 51 Stunden am Stück durch. Auf meinen längeren Touren gab mir das die beruhigende Gewissheit, niemals plötzlich vor einem schwarzen Bildschirm zu stehen. Was nicht getestet werden konnte: Besonders beeindruckend soll sich die Smartwatch beim Wintersport zeigen. Wer sich auf die Piste wagt, findet auf der Uhr weltweit über 3.000 integrierte Skigebietskarten. Vorbei sind die Zeiten, in denen man bei klirrender Kälte mit klammen Fingern durchnässte Papierkarten auseinanderfalten musste. Ein kurzer Blick aufs Handgelenk genügt.
Die Pisten sind nach Schwierigkeitsgraden eingefärbt, und sogar die Namen der Abfahrten sowie der Lifte werden präzise angezeigt. In Kombination mit einem kompatiblen Smartphone lassen sich auf der Karte sogar Höhenlinien darstellen. Für Sicherheit auf dem Berg sorgt die Funktion fürs Gruppenskifahren über die zugehörige Gesundheits-App, wodurch man den Standort von Mitstreitern in Echtzeit nachverfolgen kann. Beim Skifahren zeichnet die Uhr Messdaten auf, die man bisher nur aus dem Profisport kannte. Neben der reinen Fahrzeit, der zurückgelegten Strecke, der Maximalgeschwindigkeit, dem durchschnittlichen Neigungswinkel und den Höhenmetern im Abstieg erfasst das System die genaue Anzahl deiner Schwünge.
Die Uhr unterscheidet außerdem zwischen mittleren bis langen Schwüngen sowie kurzen Schwüngen, ermittelt die Schwungfrequenz pro Minute und misst die auftretenden G-Kräfte bei schnellen Kurvenfahrten. Das funktioniert laut Huawei auf der echten Piste im Freien beim alpinen Skifahren, Snowboarden und Langlaufen als auch bei der Fahrt in der Skihalle auf künstlichem Untergrund. Die Trennung zwischen der effektiven Reinexpositionszeit auf dem Schnee und den Wartezeiten am Lift gibt Anfängern wie Fortgeschrittenen eine Rückmeldung über die tatsächliche Trainingsleistung. Auch Radsportler kommen auf ihre Kosten, egal ob man mit Rennrad, Mountainbike, Citybike, Klapprad oder Leihrad unterwegs ist.
Vor der Fahrt lässt sich die geplante Route vom Smartphone auf die Uhr übertragen – übrigens auch für andere Aktivitäten wie Laufen, Wandern oder Spazierengehen. Während der Fahrt oder des Laufs erfasst das System Steigungen selbstständig. Du siehst auf einen Blick, wie viele Höhenmeter du erkämpft hast, wie viele Höhenmeter dir im Anstieg noch bevorstehen, welche Steigung dich erwartet und welchen Neigungswinkel der Streckenabschnitt aufweist. Ein Sicherheitsfeature sind die Warnungen vor scharfen Kurven. Wenn ein Routenabschnitt eine Biegung von 90 Grad oder mehr aufweist und du dich mit einem Tempo von mindestens 35 Kilometern pro Stunde näherst, schlägt die Uhr per Sprachansage und Vibration Alarm.
Das hält den Kopf frei und die Augen auf der Straße. Für Liebhaber des Golfsports bietet das Pro-Modell exklusive Funktionen, die das eigene Handicap verbessern sollen. Auf der Uhr lassen sich detaillierte Platzkarten nutzen, bei denen die Entfernung unter Berücksichtigung von Steigungen und Gefällen berechnet wird. Diese neigungskorrigierte Distanz zeigt dir exakt an, ob du den Ball weiter oder kürzer schlagen musst als die reine Luftlinie vermuten lässt. Nach jedem Schlag erkennt die Uhr den Treffer automatisch und zeigt dir die genaue Schlagweite des vorherigen Versuchs an, was die Schlägerwahl erleichtert. Auf dem virtuellen Grün lässt sich die Fahnenposition manuell an die tagesaktuelle Lage anpassen.
Zudem dreht sich die Ansicht des Grüns automatisch mit deiner eigenen Ausrichtung mit, sodass man selbst bei verdeckter Sicht auf die Fahne immer das richtige Ziel vor Augen hat. Auf der digitalen Scorekarte werden deine Ergebnisse farblich aufgeführt: Kühle Farbtöne signalisieren erfolgreiche Löcher mit wenigen Schlägen, während wärmere Farbtöne auf Verbesserungspotenzial hinweisen. Neben den großen Sportarten unterstützt das System über integrierte Drittanbieter-Anwendungen auch Disziplinen wie Badminton, Tennis, Pickleball, Fußball, Krafttraining und Treppensteigen. Bei Racketsport werden Ballwechselsammlungen, die Schlaganzahl, die maximale Schwunggeschwindigkeit sowie Handbewegungen erfasst.
Ergänzend zum Sport gibt es praktische Helfer: Sobald die Uhr mit dem Smartphone und der aktuellen Softwareversion gekoppelt ist, lässt sich die Kamera des Telefons vom Handgelenk aus fernauslösen. Das funktioniert allerdings hauptsächlich nur mit Huawei-Smartphones und erweist sich bei Gruppenfotos oder Selbstporträts als kleines Extra. Wer im Büroalltag zu lange am Schreibtisch sitzt, wird von der Uhr sanft an Bewegung erinnert. Eine interaktive Pandabär-Grafik auf dem Zifferblatt reagiert dynamisch auf Aktivität. Über das integrierte Minitraining stehen 30 gezielte Bewegungsübungen für zehn verschiedene Körperregionen bereit, wie etwa Nackendehnungen, Schulterkreisen, Handgelenksmobilisierung oder Fußgelenksübungen.
Wer diese kurzen Einheiten regelmäßig absolviert, schaltet im Laufe der Zeit schicke Ziffernblätter mit über zehn weltweiten Wahrzeichen frei. Die gesundheitliche Überwachung geht weit über reine Schrittzähler hinaus. Das tägliche Briefing blendet jeden Morgen vor 11 Uhr eine 15 Sekunden lange Zusammenfassung deiner Schlaf- und Fitnessdaten des Vortags ein und gibt dir eine kurze Empfehlung für den Tag mit auf den Weg. Der neu eingeführte Wert für die körperliche Leistungsbereitschaft zeigt dir nach dem Aufstehen, wie gut sich dein Körper erholt hat. Um diesen Wert präzise zu ermitteln, muss man die Uhr mindestens sieben Nächte hintereinander mit einer Schlafdauer von jeweils mindestens drei Stunden getragen haben.
Das System berechnet den Status aus Herzfrequenzvariabilität, Ruhezufuhr, Herzfrequenz und Hauttemperatur. Die Bewertung reicht von "Ausgezeichnet" bei Werten von 90 bis 100 über "Gut" bei 80 bis 89, "Befriedigend" bei 70 bis 79, "Unterdurchschnittlich" bei 60 bis 69 bis hin zu "Aufmerksamkeit erforderlich" bei Werten unter 60 Punkte. Wer morgens einen Top-Wert sieht, kann beim Training durchstarten, während ein niedriger Wert zu mehr Ruhe rät. Ein weiteres Feature ist der Familienraum. Über das System lassen sich bis zu 20 Familienmitglieder oder Freunde verknüpfen, die man begleiten kann. Auf dem Display der Uhr werden Warnmeldungen in Echtzeit angezeigt, wenn bei einem Angehörigen ungewöhnliche Werte gemessen werden.
Das betrifft Messungen wie Ruhepuls, Blutdruck, Körpertemperatur oder Unregelmäßigkeiten im EKG. Auf dem Smartphone stehen Infos bereit, die fünf Berichtsarten, 14 Gesundheitswerte und fünf Sportdatenkategorien umfassen. So bleibt man informiert, wie es den Liebsten geht, ohne sie anrufen zu müssen. Über Curve Pay lässt sich die Uhr kontaktlos an Bezahlterminals nutzen. Für Sicherheit sorgt eine automatische Trageerkennung: Sobald du die Uhr vom Handgelenk nimmst, wird eine PIN-Eingabe angefordert, um Missbrauch zu verhindern. Zusammenfassend liefert das Pro-Modell eine robuste Bauweise, eine enorm lange Akkulaufzeit und extrem tiefgehende Messfunktionen für den Sport- und Gesundheitsalltag.