Ein feines Näschen hat in New York Dutzenden Hühnern womöglich das Leben gerettet. Der 14 Jahre alte Akita-Mischling Tanuki bemerkte in Crown Heights im Stadtteil Brooklyn einen üblen Geruch, der aus einem abgestellten U-Haul-Transporter kam.
Tanuki machte seine Pflegemutter Julie Seyfield auf den verdächtigen Wagen aufmerksam. Sie verständigte daraufhin die Polizei sowie die Tierschutzorganisation Humane Long Island.
Was die Helfer im Inneren des Transporters entdeckten, war erschreckend: Zahlreiche tote und sterbende Hühner waren in winzige Transportkisten gepfercht. Der Wagen war offenbar verlassen worden.
Für 80 Tiere kam die Hilfe noch rechtzeitig. Sie konnten lebend aus dem Transporter geborgen werden und wurden anschließend von Humane Long Island und dem Kaporos Compassion Project übernommen und versorgt.
Besonders bemerkenswert: Tanuki wurde einst selbst gerettet. Der Hund befindet sich in der Obhut der Tierschutzorganisation Rain or Shine Rescue und lebt derzeit bei einer Pflegefamilie.
Der Fund in Crown Heights war offenbar kein Einzelfall. Bereits am 18. September waren in Flatbush zwei verlassene Transporter mit zahlreichen Hühnern entdeckt worden. Hunderte Tiere waren laut Tierschützern bereits tot, 83 weitere schwer verletzt. Andere Hühner sollen ausgehungert und dehydriert gewesen sein. Insgesamt wurden innerhalb weniger Tage mehr als 300 Tiere lebend geborgen.
Die Funde ereigneten sich rund um Kaporos, auch Kaparot genannt. Dabei handelt es sich um einen Brauch vor dem jüdischen Versöhnungstag Jom Kippur, der von Teilen ultraorthodoxer jüdischer Gemeinschaften praktiziert wird. Dabei wird ein lebendes Huhn während eines Gebets über dem Kopf geschwenkt und anschließend geschlachtet.
Der Einsatz lebender Hühner ist auch innerhalb jüdischer Gemeinschaften umstritten. Die Organisation schätzt, dass allein in Brooklyn rund um Kaporos etwa 100.000 Hühner getötet werden.
Für "Rettungshund" Tanuki wird indes ebenfalls ein dauerhaftes Zuhause gesucht. Der 14-jährige Mischling war einst in einem Tierheim abgegeben worden, weil er angeblich nicht mehr gehen wollte oder konnte. Tierärzte diagnostizierten bei ihm unter anderem eine Erkrankung der Wirbelsäule, Arthritis und Herzwürmer. Nach einer Behandlung erholte sich Tanuki deutlich.
Seine Pflegemutter beschreibt den betagten Vierbeiner als "sanften Riesen", der schnell eine Bindung zu Menschen aufbaue. Viele Menschen hätten dabei geholfen, sein Leben zu retten.
"Ältere Hunde haben so viel Liebe zu geben. Wir wollen, dass er eine Familie findet, die ihn zu schätzen weiß", sagt Seyfield. Auf der Webseite der Tierschutzorganisation kann man sich um seine Adoption bewerben.