Im Iran geht die Justiz massiv gegen mutmaßliche Regierungskritiker vor. Fast 400 Menschen wurden nun Vermögen und Eigentum entzogen. Betroffen sind laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim insgesamt 2.191 Konten und 39 Fahrzeuge.
Die Staatsanwaltschaft wirft den Betroffenen vor, mit Feinden des Staates und "konterrevolutionären Kräften" zusammengearbeitet zu haben. Mit den Beschlagnahmungen will die Justiz nach eigenen Angaben gegen angebliche Staatsfeinde vorgehen.
Unter den Betroffenen befinden sich dem Bericht zufolge auch Medienschaffende, die für Onlineportale im Exil tätig sind. Zudem wurde Vermögen von "Aktivisten und Betreibern feindlich gesinnter Medien" sowie von "verräterischen Persönlichkeiten" im Ausland beschlagnahmt.
Die Maßnahmen folgen auf eine weitere Verschärfung des Vorgehens gegen Kritiker: Erst vergangene Woche berichteten iranische Medien über ein neues Onlineportal, über das mutmaßliche Regierungskritiker im Ausland gemeldet werden können. Das Überwachungssystem trägt den Namen "Aladsch" (Heilung) und soll dazu dienen, "Verräter" zu identifizieren.