Rückblick: Erst im April 2025 hatte das damalige Tierschutzministerium unter Johannes Rauch (Grüne) die sogenannte Schutzausbildung untersagt. Gemeint sind Trainings, bei denen Hunde lernen, auf Menschen oder Gegenstände zu reagieren. Die Begründung: Solche Übungen könnten die Aggressionsbereitschaft der Tiere erhöhen.
Doch genau diese Argumentation wurde nun zum Knackpunkt. Der Verfassungsgerichtshof stellte klar, dass der Bund hier gar nicht zuständig war. Es habe sich nicht um eine reine Tierschutzfrage gehandelt, sondern um sicherheitspolizeiliche Aspekte – und die fallen in die Kompetenz der Länder. Damit war die Verordnung rechtswidrig.
Für viele Betroffene kommt die Entscheidung einer Genugtuung gleich. Drei Hundehalter – darunter ein Funktionär des Österreichischen Kynologenverbands (ÖKV) – hatten gegen das Verbot gekämpft und letztlich Recht bekommen, berichtet "ORF NÖ".
Entsprechend groß ist die Freude in der Szene. Philipp Ita, Präsident vom ÖKV mit Hauptsitz in Biedermannsdorf (Bezirk Mödling, NÖ), spricht Klartext: "Es ist ein Tag der Freude für alle Gebrauchshundesportler und Gebrauchshundesportlerinnen, dass sie diesen Sport wieder ausüben dürfen und nicht ins Ausland verdrängt werden."
Besonders wichtig sei die Entscheidung auch für die Zucht: "Gebrauchshundesport hat mit Scharfmachen überhaupt nichts zu tun – im Gegenteil. Jene Hunde sind besonders gut trainiert und folgsam."
Der Hintergrund für das damalige Verbot ist tragisch: Im Oktober 2023 war eine Joggerin in Oberösterreich nach zahlreichen Hundebissen ums Leben gekommen ("Heute" berichtete). Der Fall sorgte bundesweit für Entsetzen – und setzte eine politische Kettenreaktion in Gang. Das Ministerium argumentierte damals, bestimmte Trainingsformen könnten die Aggressivität von Hunden fördern.
Der Kynologenverband widersprach dieser Darstellung stets. "Wir haben als Verband immer gesagt, dass die Verordnung inhaltlich falsch ist", betont Ita laut "ORF NÖ".

Mit dem aktuellen Urteil ist das Verbot nun vorerst vom Tisch. Doch die Debatte dürfte weitergehen. Ita richtet bereits klare Erwartungen an die Politik, "dass den Hundehaltern und Züchterinnen und Züchtern die entsprechende Wertschätzung entgegengebracht wird und ihnen nicht durch zusätzliche Regularien das Leben erschwert wird".