Für viele Familien in Salzburg beginnt der Juni mit großer Unsicherheit. Am Freitag schließt das insolvente Tageselternzentrum Salzburg (TEZ) endgültig seine Türen. Besonders betroffen sind Eltern, deren Kinder von Tageseltern betreut werden.
Während für die betrieblichen Kinderbetreuungen eine Lösung gefunden werden konnte, stehen viele Familien weiterhin ohne Perspektive da, das berichtet der ORF.
In den vier betrieblichen Betreuungseinrichtungen des TEZ wurden zuletzt rund 120 Kinder betreut. Dazu zählen unter anderem Standorte der Salzburg AG, des Klinikums Schwarzach und des Raiffeisenverbandes. Laut Masseverwalter Wolfgang Kleibel kann dort der Betrieb nahtlos weitergeführt werden.
"Für alle vier Betreuungseinrichtungen sind Vereinbarungen mit neuen Rechtsträgern abgeschlossen worden, die auch Betriebs- und Geschäftsausstattung erworben haben. Die haben sich bereit erklärt, ab 1. Juni die Dienstleistungen des TEZ anzubieten, und wollen den Mitarbeitern des TEZ neue Arbeitsverträge anbieten."
Anders sieht die Lage bei den Tageseltern aus. Rund 400 Kinder wurden im Bundesland durch Tagesmütter und Tagesväter des TEZ betreut, so der ORF. Viele Familien verlieren nun ihre gewohnte Betreuungsperson.
Nach Bekanntwerden der Insolvenz hatte das Hilfswerk angeboten, Tageseltern zu übernehmen. Laut Hilfswerk meldeten sich jedoch nur wenige für einen Wechsel.
Von der Insolvenz sind insgesamt rund 150 Mitarbeiter betroffen. Ihre Dienstverhältnisse enden mit 31. Mai.
Dem Konkurs gingen monatelange Verhandlungen voraus. Anfang des Jahres wollte die Geschäftsführung Zulagen für Mitarbeiter streichen, um Kosten einzusparen. Dagegen regten sich Proteste von Betriebsrat und Gewerkschaft. Am Ende wurden die Zulagen lediglich gekürzt. Auch das Land Salzburg erhöhte die Förderungen.
Zeitweise schien es noch möglich, den Betrieb fortzuführen. Doch die Maßnahmen reichten nicht aus. Ende April musste das Tageselternzentrum schließlich Insolvenz anmelden.
Die Schulden des TEZ belaufen sich auf rund 2,7 Millionen Euro.