45 Jahre nach dem Mega-Erfolg sorgt der Kultsong "Skandal im Sperrbezirk" der Spider Murphy Gang wieder für heftige Diskussionen in Bayern. Diesmal geht es um die Frage, ob der bekannte Hit auf dem Oktoberfest überhaupt noch gespielt werden soll, das berichtet der ORF.
Der Chef des Münchner Oktoberfests, Christian Scharpf, stellte nun klar: Der Song werde auf der Wiesn "natürlich nicht verboten". Auf Instagram schrieb er: "Auf so eine Idee wäre ich niemals gekommen. Das Lied ist ein Stück Münchner Musikgeschichte."
Auslöser der Debatte war eine Musikempfehlung der Stadt Erlangen für die dortige Bergkirchweih. Die Kommune hatte Wirten nahegelegt, auf zwölf bestimmte Lieder zu verzichten. Begründet wurde das mit möglichen sexistischen und frauenfeindlichen Inhalten.
Die Spider Murphy Gang wehrt sich jetzt gegen diese Vorwürfe. Frontmann Günther Sigl betonte in der Münchner "Abendzeitung", das Lied sei "in keinster Weise frauenfeindlich".
Der mittlerweile 79-Jährige erklärte, der Song werde seit Jahren missverstanden. Vielmehr handle es sich um eine sozialkritische und ironische Auseinandersetzung mit der Münchner Politik der frühen 70er-Jahre. Damals wurde der Sperrbezirk eingeführt, um München vor den Olympischen Spielen 1972 "sauber" wirken zu lassen.
"Natürlich ist unser Text ein bisschen ironisch und stichelt gegen die Doppelmoral in der Stadt", sagte Sigl.
Auch Wiesn-Chef Scharpf verteidigte das Lied. Es setze sich "satirisch und obrigkeitskritisch mit dem strikten Vorgehen der Stadt München in den 80er Jahren bei Prostitution in der Innenstadt und in Wohnvierteln auseinander".
Das Oktoberfest findet heuer von 19. September bis 4. Oktober statt.