Große Sorge bei einer Wiener Mutter: Die zwei Jahre alte Tochter von Anna S. soll im Kindergarten gleich mehrfach gebissen worden sein. Jetzt zieht die Mama die Reißleine.
Die Probleme begannen Anfang November. Es war Nachmittag, Anna S. (Name der Redaktion bekannt) kam, um ihr Kind aus der Gruppe in Wien-Meidling abzuholen. "Ich betrete den Raum und erschrecke – die Kinder sind völlig alleine, ohne Pädagogin", schildert die Mutter im Gespräch mit "Heute". Erst nach mehreren Minuten sei eine Pädagogin aufgetaucht. Für die Mutter war es ein erstes starkes Alarm-Signal.
Daheim machte sie die schockierende Entdeckung: "Da habe ich den ersten Biss gefunden. Es hat schlimm ausgesehen, der Abdruck aller Zähne war auf dem Bein deutlich zu sehen." Ihre Tochter habe – es war Winter – sogar zwei Hosen angehabt, trotzdem seien es tiefe Biss-Spuren gewesen. Die Reaktion im Kindergarten habe sie fassungslos gemacht: "Sie sagten mir, sie haben nicht gesehen und nichts gehört."
Die Erklärung der Betreuer, so die Mutter: Es handelt sich um eine "Phase von Kindern", man könne nichts machen. Für Anna S. ist es immer noch schwer nachvollziehbar.
Der Entschluss war bald gefasst, ihre Tochter soll in einen anderen Kindergarten. Doch es dauerte, bis ein Platz in einem anderen Kindergarten frei wurde. Die Sorge machte die Mutter rastlos: "Dass im Kindergarten noch etwas geschehen wird, habe ich schon geahnt."
So kam es auch. Im April, also erst vor wenigen Wochen, kam es erneut zu einem Biss. "Bis heute habe ich vom Kindergarten keine Entschuldigung gehört. Wieder die Erklärung, man hätte nichts gesehen", sagt die Mutter.
Dann, am letzten Tag in Wien-Meidling eskalierte die Situation ein weiteres Mal: "Ausgerechnet in den letzten Stunden in diesem Kindergarten wurde meine Tochter wieder fest gebissen."
Seit wenigen Tagen ist die Tochter in einem neuen Kinderhaus in einem anderen Bezirk. "Jetzt haben wir ganz in der Nähe freie Plätze gefunden", sagt sie. Die neue Direktorin sei ihr "sofort professionell vorgekommen".
"Heute" fragte nach im beschuldigten Kindergarten in Meidling. Dort werden die Vorwürfe teilweise zurückgewiesen. "Wir bedauern den Vorfall. Unsere Betreuerinnen haben seit dem ersten Biss alle notwendigen Maßnahmen gesetzt", heißt es.
Man habe das beißende Kind nie direkt erwischt. "Wir konnten nur, nachdem uns die Mutter Stunden später Bissspuren gemeldet hat, vermuten, welches Kind gebissen hat." Mit dem vermuteten Kind und dessen Eltern habe man sofort "pädagogische Maßnahmen" gesetzt. Danach sei rund fünf Monate Ruhe gewesen.
Auch nach den neuen Vorfällen habe man reagiert. "Wir verstehen die Verärgerung und Besorgnis der Mutter", heißt es gegenüber "Heute".
Zum Vorwurf, Kinder seien unbeaufsichtigt gewesen, stellt der Kindergarten klar: "Die Betreuerinnen waren mit dem Toilettengang mehrerer Kinder beschäftigt. Sie hatten aber die anderen Kinder über ein Fenster immer im Blick."
Die Mutter allerdings legt jetzt nach: "Mir hat noch eine Mutter gesagt, dass ihr Kind verletzt wurde." Und sie will eine Warnung an Eltern aussprechen: "Sie müssen Ihre Kinder täglich untersuchen."