Stalking-Drama in Graz: Ein steirischer Arzt erhielt von einem 47-jährigen Afghanen insgesamt 311 SMS, hunderte WhatsApp-Nachrichten, Sprachmemos und E-Mails. Der Mann verschickte dabei auch beleidigende und anstößige Inhalte an den Mediziner und musste sich nun wegen beharrlicher Verfolgung vor Gericht verantworten.
"Habe ich etwas falsch gemacht?", fragte der Angeklagte laut der "Kleinen Zeitung" irritiert im Gerichtssaal. Die Antwort lautet: ja. Während seiner offenen Probezeit war der Afghane bereits wegen beharrlicher Verfolgung in einem anderen Fall zu fünf Monaten bedingter Haft verurteilt worden.
Der Prozess am 16. April ist nicht der erste für den 47-Jährigen. "Das alte Verfahren, in dem es um die Nachrichten an den Doktor ging, musste wegen Ihrer Verurteilung wieder aufgenommen werden. Heute wollen wir es abschließen", so der Richter.
Bereits im ersten Verfahren hatte der Mann seine Verfehlungen zugegeben. "Alle Beweise, die ich damals hatte, wurden übersehen", konterte er. Der Arzt habe angeblich seine Religion, sein Land und "die Leute" des Afghanen beleidigt. "Da muss ich etwas machen", meinte er. Der Arzt sei selbst schuld an der Situation. Am Ende erhielt der 47-Jährige eine Zusatzstrafe von drei Monaten bedingt sowie eine Probezeit von drei Jahren.