ÖHB-Star im "Heute"-Talk

Hutecek: "Jetzt müssen wir nur noch erfolgreich sein"

Der ÖHB startet in die EM-Vorbereitung. Gegen Tschechien wartet in Wien der erste Härtetest. Spielmacher Lukas Hutecek über Gruppe, Rolle und Zukunft.
Georg Steinschnack
06.01.2026, 06:59
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Startschuss für das ÖHB-Team! Bevor es am 15. Jänner mit der Handball-EM in Skandinavien losgeht, treffen die Österreicher heute ab 18 Uhr im Härtetest auf Tschechien. Gespielt wird in der Sport Arena Wien. Im Vorfeld des Spiels sprach „Heute” mit ÖHB-Spielmacher Lukas Hutecek über die Hammergruppe bei der EM, seine Rolle im Nationalteam und die Zukunft in Deutschland.

"Heute": Bei der Handball-EM haben Sie mit Spanien, Deutschland und Serbien eine Hammergruppe erwischt. Wie schätzen Sie diese selbst ein?

Lukas Hutecek: "Ich denke, dass es eine sehr ausgeglichene Gruppe ist. Wir kennen die Stärken dieser Mannschaften, aber wir vertrauen auf unsere eigenen Fähigkeiten. Es werden definitiv drei starke Tage nötig sein, um gegen diese Teams zu bestehen."

„Seine Wurfgewalt ist etwas, das sonst keiner im Team hat.“
Lukas HutecekÜber ÖHB-Kapitän Mykola Bilyk

Von einem Weiterkommen zu sprechen, wäre jedoch vermessen.

"Nein, das Ziel jedes einzelnen Spielers ist die Hauptrunde, auch wenn nur die ersten beiden weiterkommen. Wir brauchen nicht drumherum reden: Mit Deutschland und Spanien treffen wir auf zwei Weltklasse-Nationen. Nichtsdestotrotz wollen wir auch diese Mannschaften schlagen. Dieses Selbstvertrauen haben wir uns erarbeitet."

Nun ist seit Sommer mit Iker Romero ein neuer Teamchef da. Wie ist der erste Eindruck?

"Ich denke, wir konnten bisher eine gute Basis schaffen. Er ist auf jeden Fall extrem motiviert. Wir sind als Mannschaft mit ihm sehr zufrieden, denn er ist fachlich wie menschlich ein wirklich guter Trainer. Jetzt müssen wir nur noch erfolgreich sein."

Worauf legt er Wert?

"In der Defensive verlangt er, dass wir im Zentrum sehr kompakt stehen. Dafür hat er einen klaren Plan, den er zu 100 Prozent durchziehen will. In der Offensive lässt er uns ähnlich wie sein Vorgänger Ales Pajovic viel Freiraum. Auch auf persönlicher Ebene hat er mit „Pajo” viel gemeinsam, denn ihm ist das Zwischenmenschliche sehr wichtig und er ist ein Kumpeltyp."

Ein ähnlich enges Verhältnis wie zu Pajovic ist aber noch nicht entstanden.

"Durch viele gemeinsame Erlebnisse und Erfolge wächst ein Team zusammen. Ein solches Verhältnis, bei dem quasi ein blindes Verständnis herrscht, wie wir es mit „Pajo” am Schluss hatten, ist natürlich noch nicht entstanden. So etwas benötigt einfach Zeit."

Bei der WM im letzten Jahr fehlte Kapitän Mykola Bilyk. Wie wird sich das Spiel durch seine Rückkehr verändern?

"„Niko” bringt ganz viel mit. Seine Wurfgewalt ist etwas, das sonst keiner im Team hat. Ich persönlich freue mich sehr, dass er wieder dabei ist. In der Offensive nimmt er mir nämlich viel Verantwortung ab, da das Spiel nicht mehr so sehr auf mich zentriert ist. Dadurch kann ich mich wieder darauf konzentrieren, meine Mitspieler einzusetzen, was mir persönlich am meisten Spaß macht."

Besonders viel Spaß macht es Ihnen derzeit in Deutschland. Gemeinsam mit Team-Torhüter Constantin Möstl und der TBV Lemgo stehen Sie überraschend auf dem dritten Platz der Bundesliga und sind gerade ins Final Four des Cups eingezogen. So kann es weitergehen, oder?

"Ja, absolut. In Lemgo sind wir allerdings gut beraten, gar nicht so weit zu denken. Das klingt vielleicht wie eine Floskel, aber wir schauen tatsächlich von Woche zu Woche. Alles andere hindert einen nur am Wesentlichen."

Man darf ja wohl noch träumen.

"Natürlich. Ich würde lügen, wenn ich sage, dass wir es nicht erleben wollen, international zu spielen. Am Ende des Tages müssen wir einfach Woche für Woche Gas geben und dann sehen wir, was dabei herauskommt. Mit Lemgo beschäftige ich mich aktuell allerdings wenig, weil ich nach dem anstrengenden Jahr wirklich froh war, einfach mal Urlaub machen zu können. In den nächsten Wochen gilt mein Fokus außerdem ohnehin nur der österreichischen Nationalmannschaft."

„Auf der persönlichen Ebene hat er viel mit "Pajo” gemeinsam, denn ihm ist das Zwischenmenschliche sehr wichtig und er ist ein Kumpeltyp“
Lukas HutecekÜber Teamchef Iker Romero

Dennoch haben Sie sich in den Fokus größerer Klubs gespielt. Wann erfolgt der nächste Schritt?

"Ich habe in Lemgo einen Vertrag bis 2028. Daher verschwende ich gerade wenig Gedanken daran, ob ich den Verein wechseln soll. Nichtsdestotrotz würde es mich reizen, einmal für einen Champions-League-Verein zu spielen. Andererseits spiele ich jetzt seit knapp fünf Jahren in Lemgo und weiß, was ich dort habe. Die Menschen vor Ort und der Verein sind mir extrem ans Herz gewachsen. Es müsste also etwas sehr Reizvolles kommen, damit ich den Verein verlasse. Das ist aber alles Zukunftsmusik."

Nun geht es am 6. Jänner in der Sport Arena Wien gegen Tschechien – ein Härtetest vor der WM. Wie groß ist die Vorfreude?

"Extrem. Ein Heimspiel ist immer etwas Besonderes. Für Spieler wie mich, die im Ausland spielen, ist es nicht selbstverständlich, in Österreich vor Familie und Freunden zu spielen. Ich freue mich sehr darauf und kann es kaum erwarten, bis es endlich wieder losgeht."

{title && {title} } gst, {title && {title} } Akt. 06.01.2026, 12:01, 06.01.2026, 06:59
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