Nach dem zweiten tödlichen Schusswaffeneinsatz gegen Kritiker der US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE brechen immer mehr Filmstars ihr Schweigen. Nicht nur beim Sundance-Festival in Park City (Utah) kritisierten Promis das ihrer Ansicht nach unrechtmäßige Vorgehen der Bundesbeamten. Auch "Friends"-Star Jennifer Aniston (56) gab auf Instagram eine seltene politische Stellungnahme ab.
"Was in diesem Land gerade passiert, ist absolut entsetzlich", verschaffte Oscar-Preisträgerin Natalie Portman (44, "Black Swan") im Gespräch mit dem Hollywood-Magazin "Deadline" ihrem Ärger Luft. "Was die Bundesregierung, Trumps Regierung, Kristi Noem, ICE – was sie tun, ist wirklich das Schlimmste vom Schlimmsten der Menschheit", bezog sie klar Position gegen die zahlreichen willkürlichen Festnahmen und Abschiebungen der Bundesbehörde.
Zur Frage, warum sie sich in die politische Debatte einmische, erklärte sie: "Es ist wirklich unmöglich, nicht über das zu sprechen, was gerade passiert. Und über die Brutalität von ICE, und dass sie sofort gestoppt werden muss." Sie trug, ebenso wie Seriendarstellerin Zoey Deutsch (31, "Navy CIS") und andere einen "ICE out"-Anstecker auf ihrem Outfit.
Eine Meinung, der sich auch Branchenkollegin Olivia Wilde (41, „Dr. House“) anschloss. "Ich bin entsetzt und angewidert", sagte sie am Rande des alternativen Filmfestivals in den Rocky Mountains zu Reportern. "Wir sind alle hier, um etwas wirklich Schönes und Hoffnungsvolles im filmischen Erzählen zu feiern", sagte sie gegenüber "Variety". "Aber dieses Land leidet gerade und das ist erschütternd."
Sie appellierte an ihre Mitbürger, die "neue Normalität" nicht zu akzeptieren. Sie will nicht, dass sich die Amerikaner daran gewöhnen, wie Menschen "ermordet" werden. "Es ist widerlich", sprach sie Klartext.
Zur Tötung zweier ICE-Kritiker bei Protesten in Minneapolis sagte Wilde: "Es ist inzwischen gefährlich, Demonstrant zu sein – und trotzdem gehen die Menschen in Rekordzahlen weiter auf die Straße."
Ihrer Meinung nach sollte die Bürger-Bewegung, die ICE aus dem Bundesstaat Minnesota werfen will, unterstützt werden: "Wenn wir diese unfassbar kriminelle Organisation delegitimieren können, dann ist es genau das, was wir tun sollten." Dass es im ganzen Land Anti-ICE-Proteste gibt findet sie "inspirierend".
Noch drastischere Worte findet Hollywood-Größe Edward Norton (56). Für den vierfach Oscar-nomierten Filmstar ("American History X", "Fight Club") ist die von US-Präsident Trump vor rechtlichen Konsequenzen geschützte Bundesbehörde nichts anderes als eine moderne "Gestapo" („Geheime Staatspolizei“ der Nationalsozialisten im Deutschen Reich von 1933–1945, Anm.).
„Heutzutage geht es nur noch darum: 'Was tun wir gegen die Massenerschießungen amerikanischer Bürger durch die Gestapo?'“Edward Nortonüber die Bundesbehörde ICE
„Wir sitzen hier und reden über Filme, während eine illegale Armee gegen US-Bürger aufgestellt wird“, fragte er sich im Gespräch mit dem "Hollywood Reporter" selbstkritisch, ob er nicht gerade im falschen Film sitze.
Für Staunen sorgt auch, dass der sonst politisch eher zurückhaltende Publikumsliebling Jennifer Aniston in einer Instagram-Story Position bezog. Sie teilte dort die Trauernachricht der Eltern des am Samstag getöteten 28-jährigen Krankenpflegers Alex Pretti, in der der Regierung die Verbreitung "widerlicher Lügen" über ihren Sohn vorgeworfen wird.
Trumps Stabschef Stephen Miller hatte den vorstrafenlosen Pretti als "inländischen Terroristen" bezeichnet. Zuvor warf das Ministerium für Heimatschutz dem mit einem Handy filmenden Einsatzbeobachter vor, mit gezogener Waffe ICE-Beamte bedroht zu haben. Eine Behauptung, die längst durch die zahlreich vorhandenen Zeugenvideos widerlegt wurde.
Aniston forderte ihre Fans in der Story dazu auf, sich an die für ihren Wohnort zuständigen Senatoren und Abgeordneten im Repräsentantenhaus zu melden und ihren Unmut auszudrücken. "Ein Anruf mag nicht viel bringen. Aber viele Anrufe könnten es absolut!", appellierte sie an die US-Bürger, von ihrem demokratischen Recht der Mitbestimmung Gebrauch zu machen.