"Natürlich war das ein harter Moment für Oli", machte Bundestrainer Julian Nagelsmann bei der Bekanntgabe des WM-Kaders keinen Hehl aus der Enttäuschung von Oliver Baumann. Der Hoffenheim-Keeper muss sich bei der Weltmeisterschaft 2026 nun hinter Rückkehrer Manuel Neuer einordnen.
Damit ist die Überraschung offiziell: Obwohl Neuer nach der Heim-EM 2024 eigentlich seinen Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft erklärt hatte, kehrt der Bayern-Star für die WM in Kanada, Mexiko und den USA noch einmal ins DFB-Tor zurück.
Der große Leidtragende dieser Entscheidung ist Oliver Baumann. Der 35-Jährige galt nach starken Leistungen in der WM-Qualifikation lange als klare Nummer eins. Entsprechend schwierig sei auch das Gespräch mit dem Hoffenheim-Goalie gewesen, erklärte Nagelsmann.
"Ich habe ihm bereits im März erzählt, dass ich mich mit Manu treffen werde", sagte der Teamchef. "Natürlich war das keine angenehme Nachricht für Oli." Baumann überzeugte nicht nur mit einer starken Saison bei Hoffenheim, sondern auch mit wichtigen Paraden in der Qualifikation. Dennoch entschied sich Nagelsmann letztlich für den erfahrenen Neuer.
"Wir haben es als unsere Pflicht gesehen, alle Aspekte zu bewerten", erklärte der Bundestrainer. "Manu hat unglaublich viele Titel gewonnen, er besitzt eine enorme Aura und einen großen Namen." Auch die Präsenz des Bayern-Keepers habe bei der Entscheidung eine wichtige Rolle gespielt.
Trotzdem stellte Nagelsmann klar, dass er weiterhin voll auf Baumann vertraue: "Wenn Manu etwas passiert, haben wir mit Oli einen Torhüter, der das genauso stark machen wird wie in der Qualifikation." Zudem habe Baumann in allen Gesprächen signalisiert, dass er die Mannschaft trotz der Enttäuschung unterstützen werde. Neben Neuer und Baumann nominierte Nagelsmann auch Alexander Nübel in den deutschen WM-Kader.