Zerstörte Möbel, fliegende Aschenbecher und eine massive Drohung gegen eine Kellnerin: In der Auerhahns Strandbar am Hubertusdamm in Wien-Floridsdorf sorgten Jugendliche und junge Erwachsene den Sommer über für Angst und Ärger. Die Betreiberin des Lokals berichtet von Vorfällen, wie sie diese in fast 20 Jahren noch nicht erlebt habe.
Besonders schlimm soll es eine Kellnerin getroffen haben. Ein junger Mann habe ihr sogar gedroht, sie abzustechen. Mittlerweile beschäftigt sich die Polizei mit mehreren Anzeigen.
Die Strandbar im 21. Wiener Bezirk wird von Renate Z. (67) geführt. Seit knapp zwei Jahrzehnten betreibt sie das Lokal an der Donau. Doch in diesem Sommer habe sich die Situation deutlich verändert.
"Ich hatte hier noch nie Angst, das hat sich diesen Sommer geändert", erzählt die Gastronomin gegenüber der "Kronen Zeitung". Auslöser waren laut den Schilderungen des Personals wiederholte Besuche einer Gruppe Jugendlicher und junger Erwachsener.
Diese hätten sich im Gastgarten niedergelassen, ohne etwas bestellen zu wollen. Als die Mitarbeiter erklärten, dass die Sitzplätze für zahlende Gäste gedacht seien, sei es zum Streit gekommen.
"Sie haben sich in den Gastgarten gesetzt, wollten aber nichts konsumieren. Als wir erklärt haben, dass das nicht geht, hieß es nur: Ich sitze, wo ich will", berichtet Kellnerin Uschi im Gespräch mit der "Krone". Den betreffenden Burschen schätzt sie auf etwa 17 Jahre.
Bei verbalen Auseinandersetzungen soll es allerdings nicht geblieben sein. Nach Angaben der Kellnerin wurden auch Aschenbecher und Polster nach ihr geworfen. Ein junger Mann habe ihr darüber hinaus gedroht, sie "abzustechen", heißt es in dem Bericht weiter.
Die wiederholten Vorfälle haben bei der Mitarbeiterin Spuren hinterlassen. "Es ist jetzt leider nicht mehr angenehm, in die Arbeit zu kommen", schildert Uschi der "Krone". Auch Betreiberin Renate Z. ist über das Verhalten der Jugendlichen entsetzt.
"Sie sind so respektlos und das am helllichten Tag", sagt die 67-Jährige.
Neben den Auseinandersetzungen mit dem Personal kam es auch zu einem größeren Sachschaden. Als die Lokalchefin eines Morgens zur Arbeit erschien, entdeckte sie zerstörte Loungemöbel beim Beachvolleyballplatz, der zur Strandbar gehört.
Die Schadenshöhe beziffert sie auf rund 1.600 Euro. Als Reaktion auf die Vorfälle ließ die Betreiberin inzwischen eine Videoüberwachung installieren.
Die Wiener Polizei bestätigt gegenüber der "Kronen Zeitung", dass im Bereich des Hubertusdamms mehrere Anzeigen vorliegen. Ermittelt wird wegen Sachbeschädigung, gefährlicher Drohung und Diebstahls. Die Anzeigen richten sich gegen vier bislang unbekannte Täter.
Wer hinter den einzelnen Vorfällen steckt, ist damit noch nicht geklärt.
Auch FPÖ-Wien-Chef Dominik Nepp meldete sich zu den Vorfällen zu Wort. Er vermutet aufgrund der Täterbeschreibungen einen Zusammenhang mit einem nahe gelegenen Asylheim. Belege für diese Vermutung werden in den vorliegenden Angaben nicht genannt.
"Die Stadt muss hier endlich hart durchgreifen", fordert Nepp in der "Krone". Für Betreiberin Renate Z. und ihre Mitarbeiter bleibt vor allem der Wunsch, wieder ohne Angst arbeiten zu können. Nach einem Sommer voller Zwischenfälle soll in der Strandbar am Hubertusdamm wieder Ruhe einkehren.