In Wien-Mariahilf

Mädchen rutscht am Spielplatz in Drogennadel – Klinik!

Schock für eine Wiener Familie: Ein fünfjähriges Mädchen verletzte sich auf einem Spielplatz im Minna-Lachs-Park an einer herumliegenden Nadel.
19.10.2026, 05:30
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Ein Besuch auf dem Spielplatz endete für die kleine Amelie (Name geändert) im Krankenhaus. Das Mädchen spielte am Freitagnachmittag (16.10.) im Minna-Lachs-Park in Wien-Mariahilf, als es zu dem Zwischenfall kam.

Nachdem die Fünfjährige eine Rutsche hinuntergerutscht war, landete sie im Rindenmulch – und stach sich dabei mit einer herumliegenden (Drogen)Nadel in den Finger. Die Polizei bestätigt den Vorfall gegenüber "Heute".

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Nadel wurde sichergestellt

Das leicht verletzte Mädchen wurde zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht. Die Nadel wurde von den Beamten sichergestellt. Es wurde Anzeige wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung gegen unbekannt erstattet.

Für den Vater des Mädchens, Peter S. (Name geändert), ist der Vorfall besonders bitter. Nach eigenen Angaben hatte er bereits Wochen zuvor sämtliche Mitglieder des Wiener Gemeinderats auf die Drogensituation rund um den Spielplatz aufmerksam gemacht.

Vater hatte bereits vor Wochen gewarnt

In seinem Schreiben warnte er vor offenem Drogenkonsum, herumliegenden Spritzen und Nadeln sowie einer zunehmenden Vereinnahmung des Spielplatzes durch die Drogenszene. "Die Wunde selbst ist glücklicherweise nicht schlimm, aber das Albtraumszenario, das uns Eltern durch den Kopf geht, falls sie sich eine schwere Infektion zugezogen haben sollte, ist schrecklich", schildert Peter S. in einer E-Mail.

Die Nadel sei laut dem Vater nur rund zwei Zentimeter lang gewesen und habe unmittelbar vor der Rutsche im Rindenmulch gelegen. Dort sei sie praktisch unmöglich zu entdecken gewesen. Der Vater kritisiert vor allem den Umgang der Stadt mit der Drogenszene im öffentlichen Raum. Zwar leiste die Suchthilfe-Einrichtung SAM (Sozial, Sicher, Aktiv) seiner Ansicht nach gute Arbeit, doch selbst regelmäßige Reinigungen könnten keine vollständige Sicherheit garantieren.

Keine Gewährleistung, dass Spielplatz spritzenfrei ist

"Die SAM macht zwar ordentliche Arbeit – das möchte ich ihr an dieser Stelle auch nicht absprechen – doch es kann keine Abteilung gewährleisten, dass ein Spielplatz, an dem Drogenkonsum stattfindet, zu 100 Prozent spritzenfrei ist", schreibt der Wiener.

Er befürchtet, dass die Drogenszene durch die Schutzzone rund um die U-Bahn-Station Gumpendorfer Straße und beim Suchthilfezentrum Jedmayer zunehmend in angrenzende Parks ausweiche. Für den Vater steht fest, dass die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen.

FPÖ fordert Absiedelung von Suchthilfezentrum

Nach dem jüngsten Vorfall meldet sich auch die Wiener FPÖ zu Wort. Klubobmann Maximilian Krauss fordert Konsequenzen: "Das Drogenzentrum Jedmayer muss umgehend abgesiedelt werden. Der jüngste Vorfall zeigt einmal mehr die dramatischen Folgen der Drogenpolitik unter SPÖ-Bürgermeister Ludwig. Besonders erschütternd ist, dass mittlerweile selbst die Jüngsten unserer Gesellschaft – kleine, unschuldige Kinder – von den Konsequenzen dieser Politik betroffen sind", so Krauss gegenüber "Heute".

Maximilian Krauss (FPÖ) fordert nach dem Nadel-Vorfall Konsequenzen.
Denise Auer

Die FPÖ fordert bereits seit Längerem, die Suchthilfeeinrichtung aus dem dicht besiedelten Wohngebiet an einen anderen Standort zu verlegen. Die Stadt hält dagegen, dass eine Übersiedlung der Einrichtung nicht zielführend sei.

Fritz-Imhoff-Park wurde eingezäunt

Die Probleme rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße sorgen seit Jahren für Beschwerden. Seit 8. Mai gilt deshalb eine polizeiliche Schutzzone rund um den Fritz-Imhoff-Park.

Die Polizei kann dort Personen unter bestimmten Voraussetzungen wegweisen und Betretungsverbote von bis zu 30 Tagen verhängen. Zusätzlich wurden Polizeikontrollen verstärkt, Reinigungsintervalle erhöht und Maßnahmen zur Entsorgung gebrauchter Spritzen gesetzt. Der Fritz-Imhoff-Park wurde außerdem eingezäunt und wird nachts gesperrt.

Beschwerden über Minna-Lachs-Park

Allerdings scheint sich das Problem teilweise verlagert zu haben. Bereits im September berichtete der ORF, dass sich außerhalb der Schutzzone neue Treffpunkte der Drogenszene etabliert hätten – darunter auch der Minna-Lachs-Park.

Auch "Heute" berichtete bereits über Beschwerden von Eltern, die im Minna-Lachs-Park gebrauchte Spritzen und Drogenutensilien in der Nähe der Kinderrutsche entdeckt hatten. Eine Mutter schilderte damals, dass teilweise sogar vor den Augen spielender Kinder Drogen konsumiert würden.

652 Betretungsverbote in vier Monaten

Wie angespannt die Situation rund um die Gumpendorfer Straße weiterhin ist, zeigen aktuelle Zahlen: Von der Einrichtung der Schutzzone am 8. Mai bis Ende August wurden laut einer von der ÖVP veröffentlichten Polizeiauskunft insgesamt 652 Betretungsverbote ausgesprochen. Das entspricht durchschnittlich fast sechs Verboten pro Tag.

red, 19.10.2026, 05:30