Der Verein Neustart muss sein Arbeitstraining für ehemalige Häftlinge im kommenden Jahr einstellen. Grund sind Kürzungen im Doppelbudget 2027/2028. Der Organisation fehlen angeblich in den nächsten beiden Jahren insgesamt acht Millionen Euro.
Das Arbeitstraining soll Menschen nach längeren Haftstrafen dabei helfen, wieder im Berufsleben Fuß zu fassen. Damit ist ab 2027 Schluss. Allein im Jahr 2025 wurden in den Werkstätten in Wien und Linz insgesamt 326 Personen betreut und beschäftigt. Von der Schließung sind auch acht hauptberufliche Mitarbeiter betroffen.
Neustart-Geschäftsführer Alfred Kohlberger schlägt Alarm. Er unterstützt die Forderungen nach einer besseren finanziellen Ausstattung der Justiz. "Eine ausreichende Mittelausstattung für die Justiz ist aber in einem Rechtsstaat kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit", betont Kohlberger.
Besonders kritisch sieht Kohlberger die Auswirkungen auf die Rückfallprävention. Denn eine Beschäftigung und soziale Absicherung seien entscheidend, um ehemalige Straftäter vor einem neuerlichen Abgleiten in die Kriminalität zu bewahren.
Doch nicht nur beim Arbeitstraining wird es eng. Auch in der Bewährungshilfe zeigt sich die angespannte Situation. Laut Bewährungshilfegesetz sind durchschnittlich 35 Klienten pro Vollzeitstelle in der Bewährungshilfe vorgesehen. Im August 2026 waren es laut "Neustart" bereits rund 40.
„Diese Kürzungen gehen auf Kosten der Sicherheit in unserem Land“Alfred Kohlberger Geschäftsführer - "Neustart"
Durch die geplanten Einsparungen droht sich die Situation weiter zu verschärfen. Kohlberger befürchtet zusätzliche Auswirkungen auf den Umfang und die Qualität der Betreuung. Noch hofft der Verein, dass zumindest ein Teil der Einsparungen zurückgenommen wird. Andernfalls könnten weitere Angebote eingeschränkt werden.