Der starke Rückgang bei den Asylzahlen hält an – doch ein Detail sticht heuer besonders ins Auge: Immer mehr Frauen stellen in Österreich einen Asylantrag. Aktuelle Daten zeigen, dass sich das Geschlechterverhältnis zuletzt deutlich verschoben hat. Darüber berichtet unter anderem der ORF.
Während 2023 weniger als jede vierte Asylwerberin weiblich war, lag der Frauenanteil 2024 bereits bei rund 42 Prozent. In den ersten elf Monaten dieses Jahres waren es erneut mehr als 41 Prozent. Damit hat sich das Verhältnis innerhalb kurzer Zeit grundlegend verändert.
Ein wesentlicher Grund dafür liegt in einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs aus dem Vorjahr. Seitdem haben Frauen aus Afghanistan deutlich bessere Chancen auf Asyl. In der Folge beantragten viele Afghaninnen, die zuvor nur subsidiären Schutz erhalten hatten, erneut – diesmal den vollen Asylstatus.
Das zeigt sich auch in den Anerkennungszahlen: Heuer wurde bisher rund 2.500 Afghaninnen Asyl gewährt, bei afghanischen Männern waren es etwa 1.900 Fälle. Auch bei anderen großen Herkunftsgruppen wie Syrern oder Iranern ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern mittlerweile kaum noch vorhanden – die Zahl der anerkannten Asylwerber ist dort nahezu ausgeglichen.
Historisch betrachtet war der Frauenanteil lange deutlich niedriger. Vor 20 Jahren stammten lediglich 29 Prozent der Asylanträge von Frauen, vor zehn Jahren waren es knapp 28 Prozent. Einen deutlichen Ausschlag nach oben gab es 2017, zwei Jahre nach der großen Fluchtbewegung, mit mehr als 39 Prozent. Danach sank der Anteil kontinuierlich und erreichte 2022 mit nur noch neun Prozent einen Tiefpunkt.
Unabhängig davon gehen die Asylzahlen insgesamt weiter zurück. In den ersten elf Monaten dieses Jahres wurden 15.337 Anträge gestellt – ein Minus von 35 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2024. Dieser Trend zeigt sich auch bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen.
Während im Jahr 2024 noch 925 minderjährige Flüchtlinge ohne Begleitung einen Antrag stellten, waren es heuer bisher 680. Der Rückgang dürfte damit bei rund 20 Prozent liegen. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, würde der niedrigste Wert seit 2010 erreicht werden – damals wurden 687 entsprechende Anträge registriert.