Nach Tod von Teenager

Immer mehr Tote! Strengere E-Scooter-Regeln gefordert

Nach dem Tod eines 14-Jährigen wächst die Sorge um die Sicherheit auf Österreichs Straßen. Mindestens fünf Leute starben heuer bei Scooter-Unfällen.
14.10.2026, 14:32
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E-Scooter sind aus dem Straßenbild kaum noch wegzudenken. Doch mit dem Boom steigt auch die Zahl der Verletzten dramatisch. Seit 2019 hat sich die Zahl der Menschen, die nach E-Scooter-Unfällen im Spital behandelt werden mussten, fast verneunfacht: von rund 1.200 auf 10.200 im Jahr 2025.

Deutliche Wissenslücken festgestellt

Im Vorjahr kamen sechs Menschen bei E-Scooter-Unfällen im Straßenverkehr ums Leben. Heuer sind es bereits mindestens fünf. Nach dem tragischen Tod eines 14-Jährigen rückt damit auch die Frage in den Mittelpunkt, wie sich solche Unfälle künftig verhindern lassen.

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Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) hat deshalb das Fahrverhalten beobachtet und E-Scooter-Fahrer befragt. Die Ergebnisse zeigen: Bei Ausstattung, Verhalten und Wissen über die Regeln gibt es deutliche Lücken.

83 Prozent fahren ohne Helm

Besonders auffällig ist der Umgang mit dem Helm. Laut KFV-Beobachtungen trugen 83 Prozent der E-Scooter-Fahrer keinen Helm. Bei Leih-Scootern lag der Anteil sogar bei 96 Prozent, bei privaten Geräten bei 78 Prozent.

Auch bei Jugendlichen gibt es Nachholbedarf: 70 Prozent der beobachteten unter 16-Jährigen waren nach Einschätzung der Beobachter ohne Helm unterwegs – obwohl für diese Altersgruppe Helmpflicht gilt.

Weitere Verstöße: Zwölf Prozent transportierten verbotenerweise Taschen oder Rucksäcke am Lenker oder Gegenstände auf dem Trittbrett. Acht Prozent fuhren zu zweit oder vereinzelt sogar zu dritt auf einem Scooter.

Viele kennen die Regeln nicht

Die KFV-Befragung von 1.210 E-Scooter-Fahrern zwischen 14 und 75 Jahren zeigt, wie groß die Wissenslücken sind. So kannten 76 Prozent der Befragten die Altersgrenze für die Helmpflicht nicht. Diese gilt für alle unter 16-Jährigen. Auch beim Alkohollimit herrscht Unsicherheit: 56 Prozent wussten nicht, dass seit 1. Mai ein Grenzwert von 0,5 Promille gilt. 63 Prozent kannten zudem die erlaubte Höchstleistung von 600 Watt nicht, 44 Prozent wussten nicht, dass die Bauartgeschwindigkeit maximal 25 km/h betragen darf.

Auch bei den Verkehrsregeln gibt es Unklarheiten. 20 Prozent glaubten fälschlicherweise, mit dem E-Scooter auf Gehwegen oder Gehsteigen fahren zu dürfen. Das ist bereits vor dem 1. Mai 2026 verboten gewesen. 13 Prozent wussten nicht, dass sie keine zweite Person mitnehmen dürfen. Sechs Prozent waren sogar irrtümlich der Meinung, Kinder bis zwölf Jahre dürften mitfahren. Insgesamt fühlten sich 32 Prozent der Befragten schlecht oder sehr schlecht über die gesetzlichen Regelungen informiert.

Fast jeder zweite Scooter nicht gesetzeskonform

Nicht nur das Fahrverhalten bereitet Sorgen. Laut den KFV-Beobachtungen waren 49 Prozent der privaten E-Scooter nicht gesetzeskonform ausgestattet.

Bei 33 Prozent fehlten Blinker. 23 Prozent hatten nicht alle vorgeschriebenen Reflektoren, bei elf Prozent fehlte die vorgeschriebene Glocke oder Hupe. Auch bei vorhandenen Blinkern gibt es Probleme: Sie müssen am Lenkerende montiert sein und nach vorne sowie hinten blinken können.

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KFV will strengere Vorschriften

Für Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit beim KFV, braucht es deshalb strengere Regeln. Er fordert, die erlaubte Bauartgeschwindigkeit von 25 auf 20 km/h zu senken. Auch das Mindestalter soll angehoben werden. Derzeit dürfen Kinder mit Radfahrausweis ab neun Jahren, ohne Radfahrausweis ab zwölf Jahren E-Scooter fahren.

Außerdem spricht sich das KFV für zwei voneinander unabhängige Bremsen aus. Aktuell ist gesetzlich nur eine wirksame Bremsvorrichtung vorgeschrieben. Zusätzlich brauche es bessere Aufklärung über die geltenden Regeln und eine verbesserte Radinfrastruktur mit ausreichend breiten Radwegen. Entscheidend sei aber auch das Verhalten der Fahrer: Die Geschwindigkeit müsse immer an die Verkehrssituation angepasst werden – etwa bei Kreuzungen oder in Fußgängerzonen.

red, 14.10.2026, 14:32
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